Jüchen: Classic Days - alles lief rund

Jüchen: Classic Days - alles lief rund

Mehr als 27 000 Besucher flanierten am Wochenende über die Parkwege von Schloss Dyck, um sich historische Rennwagen und elegante Juwelen auf vier Rädern anzusehen. Das Motor-Festival stand diesmal unter dem Motto "125 Jahre Automobil".

Vermutlich wurde Laura Glasmacher am Wochenende mindestens so oft fotografiert wie so manch ein Oldtimer, den es bei den Classic Days auf Schloss Dyck zu bewundern gab. Denn die 65-jährige Belgierin war ein richtiger Blickfang: Im schwarz-grau längsgestreiften Kleid, mit breitkrempigem Hut auf dem Kopf und einem weißen rüschenverzierten Regenschirm am Arm schlenderte sie ein ums andere Mal über die Wege auf der Orangeriehalbinsel von Schloss Dyck. "Die sieht ja toll aus", und "Guck mal da — wie schick", flüsterten sich die Passanten zu, wenn sie der eleganten Damen in dem originalgetreu nachgeschneiderten Kostüm aus dem frühen 20. Jahrhundert begegneten. Noch toller wurde es, als sie in ihren Wagen stieg: einen Ford Quadricycle, Baujahr 1896. "Der Quadricycle ist der erste Ford, der gebaut wurde", erzählte Laura Glasmacher. Hinter ihr auf der Orangeriehalbinsel gab es noch einige solcher historischen Schätzchen zu sehen — passend zum Motto "125 Jahre Automobil" dieser 6. Classic Days. Da standen etwa der Nachbau des dreirädrigen Benz Patent-Motorwagens von 1886, ein Renault D von 1901 und den ersten je gebauten Porsche von 1899.

Insgesamt rund 40 Oldtimer waren auf der Orangeriehalbinsel ausgestellt, 80 Rennwagen aus den Jahren 1920 bis 1961 gab es in den beiden Fahrerlagern zu sehen, dazu zehn historische Formel-1-Wagen und 20 Renn-Motorräder. Von den Fahrerlagern aus starteten sie mit knatternden Motoren auf die 2,8 Kilometer lange Rundstrecke, die von Zuschauern gesäumt war.

  • Fotos : Noch mehr Bilder von den Classic Days 2011

Im Vorfeld hatten die Organisatoren des Oldtimer-Festivals mit 30 000 bis 40 000 Besuchern gerechnet. Am Ende waren es über 27 000\. "Wir können mit den Besucherzahlen sehr zufrieden sein. Mittlerweile sind die Classic Days ein richtiges Familienfest, 60 Prozent der Teilnehmer sind Wiederholungstäter", sagte Thomas Gerwers, Pressesprecher des Vereins Classic Days. Da gebe es zum Beispiel einen Bentley-Club, der mit seinen Autos jedes Jahr aus England anreise. Auch Henri Yves Goertz gehört zu den "Wiederholungstätern", der Neunjährige kommt jedes Jahr mit seiner Mutter zum Festival. Diesmal hatte er außerdem seine Stiefschwester Raffaela D' Ambrosia dabei. "Er erklärt mir hier alles, das ist toll", lobte die Elfjährige, bevor die beiden sich den Benz-Patent-Motorwagen genauer anschauten. Wie Laura Glasmacher trugen sie historische Kostüme, und noch etwas hatten sie gemeinsam: Auch die Belgierin ist "Wiederholungstäterin". Jedes Jahr näht sie sich ein neues Kleid, das sie dann auf den Parkwegen präsentiert. 2012 will sie wieder dabei sein.

(RP)