Jüchen: Bürgerbusse: Einer legt zu

Jüchen : Bürgerbusse: Einer legt zu

Korschenbroichs Bürgerbus hat immer mehr Fahrgäste. Im August ließen sich 350 kutschieren. Der Verein glaubt, seine Zielmarke für 2010 übertreffen zu können. Der Jüchener Bürgerbus braucht eine Bürgschaft der Gemeinde.

Ein bisschen "Fracksausen" habe er zeitweilig schon gehabt, gibt Willy Schellen zu. Als im ganzen Monat Mai gut 250 Fahrgäste in dem zwei Monate alten Korschenbroicher Bürgerbus gezählt wurden, fragten sich im Trägerverein die führenden Köpfe um Schellen: Sind das genug? Ein Gespräch mit dem Landesverband der mehr als 90 nordrhein-westfälischen Bürgerbus-Initiativen brachte die erste Entwarnung.

"Die sagten uns, unser Verein sei solide aufgestellt. Und 250 Fahrgäste in den ersten Monat sei ein normaler Wert in der Anfangsphase", berichtet Schellen. Inzwischen ist er sogar zuversichtlich, dass der Korschenbroicher Bus zehn bis 15 Prozent mehr Passagiere befördern wird, als vor dem Start kalkuliert. "In diesem Jahr waren 3000 angepeilt, im nächsten 4000 bis 4500, im dritten Jahr 6000 und danach 10 000", sagt Schellen. "Diese Zahlen werden wir wohl übertreffen können."

Kein Landesgeld ohne Bürgschaft

Die Zuversicht dürfte auch der Stadt Korschenbroich gefallen. Sie hat das Projekt Bürgerbus durch eine Bürgschaft über 50 000 Euro mit auf die Straße gebracht. Die Zusage, Verluste bis zu diesem Betrag zu übernehmen, war nötig, damit der Bürgerbusverein Zuschüsse des Landes für sein Vorhaben bekam. Seit 6. April ist der Bus nun auf drei Routen im Stadtgebiet unterwegs. Seine Aufgabe: Den Bewohnern der meist kleineren Orte an der Peripherie regelmäßige Verbindungen in die Hauptorte Korschenbroich und Kleinenbroich zu schaffen.

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Besonders stark genutzt, so Schellen, wird die Verbindung nach Korschenbroich. Im August hatte der Bus insgesamt 350 Fahrgäste. "Ein Drittel mehr als beim Start — das ist eine gute Steigerung", meint Schellen. Er hofft, dass demnächst auch aus Werbeeinnahmen Geld in die Kasse kommt. Der Verein will Werbeflächen auf dem Bus vermieten und verhandelt darüber derzeit mit Interessenten. Auch auf den farbigen Fahrplänen, die demnächst erstmals gedruckt werden, könnte sich der Verein Werbung vorstellen.

Im Frühjahr 2011 soll ein neuer Fahrplan erscheinen, der gegenüber dem bisherigen womöglich einige Änderungen enthält. Klar ist: Ein Andocken in Damm an einen möglicherweise bald fahrenden Jüchener Bürgerbus ist dem Korschenbroicher Verein nach wie vor wichtig. "Dann können Korschenbroicher über diese Verbindung bis nach Grevenbroich fahren. Und auch Schloss Dyck und Nikolauskloster sind interessante Ziele." Dafür will der Verein auch beim nächsten städtischen Seniorennachmittag werben — großzügig.

(RP)
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