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Booster-Impfung für rund 1300 Feuerwehrleute in Jüchen gestartet

In der Feuerwache Jüchen : Booster-Impfung für 1300 Feuerwehrleute

In der Jüchener Feuerwache erhalten Einsatzkräfte von Wehren und Rettungsdiensten aus dem gesamten Kreis seit Freitag ihre Auffrischimpfung. In der Jüchener Wehr liegt der Anteil der Geimpften bei 97 Prozent.

Die Jüchener Feuerwache wurde gestern zum temporären Impfzentrum. Rund 1300 Feuerwehrleute aus allen acht kommunalen Feuerwehren im Rhein-Kreis Neuss sowie aus mehreren Werkfeuerwehren erhalten bei fünf Terminen bis Ende kommender Woche ihre Booster-Impfung. Hinzu gesellen sich Mitarbeiter und Ehrenamtler der Rettungsdienste im Kreis.

Gestern Nachmittag standen die ersten rund 300 Auffrisch-Impfungen mit den Stoffen von Biontech und Moderna an. Rund 90 Feuerwehrleute warteten gegen 17.30 Uhr in langer Reihe in der Wache und auf dem Hof, bis sie an der Reihe waren. Für die Aktion war einiges an logistischem Aufwand nötig. In der Fahrzeughalle waren Tische für die Registrierung, drei Impfstraßen mit Kabinen fürs Arztgespräch und den Piks sowie ein Wartebereich aufgebaut, in der Feuerwehreinsatzzentrale nebenan wurden die Spritzen vorbereitet. Die Fäden hielten die stellvertretenden Kreisbrandmeister Stefan Meuter und Heinz-Dieter Abels, Leiter der Feuerwehr Jüchen, sowie Barbara Edelhagen, Leiterin der „Koordinierenden Covid-Impfeinheit“ des Kreises, in der Hand. Rund 15 Mitglieder der Jüchener Wehr hatten das Impfzentrum aufgebaut.

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„Die Feuerwehren sind wichtiger Bestandteil der Sicherheit der Gesellschaft. Um die Sicherheit aufrecht zu erhalten und die Feuerwehrleute zu schützen, sind die Auffrischimpfungen wichtig“, betonte Stefan Meuter, Leiter der Werkfeuerwehr von Alunorf in Neuss.

Vor einem halben Jahr hatten rund 1300 der insgesamt 1700 Feuerwehrleute im Kreis bei einer Impfaktion in der Neusser Feuerwache ihre erste und zweite Impfung erhalten, viele weitere hatten andere Möglichkeiten genutzt. Jetzt steht das Boostern an. „Bürgermeister Harald Zillikens hatte angefragt, wie es mit der Auffrischung des Impfschutzes für Feuerwehrleute stehe“, berichtete Meuter.

Die Formulare bringen die Teilnehmer bereits mit. An den Tischen der Registrierstation saßen Grevenbroicher und Meerbuscher Feuerwehrleute, die sonst den großen Einsatzleitwagen ELW des Kreises besetzen. Als erster an der Reihe war gestern Josef Böhm von der Feuerwehr Grevenbroich. „Die Impfung gibt uns Sicherheit“, erklärte der 53-Jährige. Auch Simon Schulte vom Löschzug Jüchen-Gierath erhielt seine Auffrisch-Impfung, er sprach von einem erleichternden Gefühl. „Vor der ersten Impfung hatten wir manche heikle Situation, wenn wir den Rettungsdienst unterstützten und nah am Patienten waren“, sagte der 22-Jährige.

Was die Impfbereitschaft angeht, ist etwa die Jüchener Feuerwehr mit rund 200 Aktiven vorbildlich. „Der Anteil der Geimpften liegt bei rund 97 Prozent“, sagte Feuerwehrchef Heinz-Dieter Abels. Er betont, dass der Schutz auch immens wichtig sei: „Im Frühjahr etwa mussten wir einen Mann reanimieren, der bewusstlos hinter einer Wohnungstür lag. Er konnte uns nicht sagen, ob er Corona hatte.“

In der Jüchener Wehr herrscht etwa bei Einsätzen Maskenpflicht, „und bei Übungen gilt die 2G-plus-Regel“, sagte Abels, also geimpft oder genesen und zudem getestet.

„Wir freuen uns über jeden, der sich impfen oder boostern lässt“, betonte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Feuerwehrleute seien auch Vorbild für andere. „Ich freue mich, dass die Wehren diese Aktion organisiert haben“, sagte Bürgermeister Zillikens. Als Lohn für den kleinen Piks erhielt jeder Geimpfte einen Schoko-Nikolaus – eine Spende des Verbandes der Feuerwehren im Kreis, Stefan Meuter ist dessen Vorsitzender.

Die Impfkabinen werden später ins mobile Impfzentrum an der Neusser Straße 118 umgesetzt. Am Sonntag, 5. Dezember, gibt es dort von 10 bis 17 Uhr wieder ein mobiles Impfangebot.