Jüchen: Besuch in der neuen Asylunterkunft

Jüchen: Besuch in der neuen Asylunterkunft

Nach einem Jahr der Planung ist die Unterkunft in der ehemaligen Gaststätte "Lindenhof" von den ersten Bewohnern bezogen worden. Wegen vorheriger Streitigkeiten lud Bürgermeister Zillikens zur Besichtigung des Objektes ein.

Die ersten zwölf Flüchtlinge haben jetzt in Bedburdyck die Unterkunft in der ehemaligen Gaststätte "Lindenhof" bezogen. Wegen vorheriger Streitigkeiten über die geplante Nutzung hatte Bürgermeister Harald Zillikens vorab alle Interessierten zu einer Besichtigung des Objektes eingeladen. "Ich bin überrascht wie viele gekommen sind", sagte der Verwaltungschef. Zum Ortstermin, zu dem auch der Eigentümer der Immobilie, Markus Reipen, und die Kreisjugendamtsleiterin Marion Klein gekommen waren, erschienen zahlreiche Bürger, "darunter auch viele Ratsmitglieder", wie Harald Zillikens erfreut feststellte.

Ziel der Einladung sei gewesen, Kritiker umzustimmen: "Ich glaube, nachdem man die Räumlichkeiten selbst gesehen hat, kann man nicht mehr von einer menschenunwürdigen Unterkunft sprechen", betonte der Bürgermeister. Im Vorfeld habe es seitens der Kritiker Vorwürfe gegen Informationspolitik der Gemeinde gegeben. Außerdem wurden Bedenken geäußert, verschiedene Ethnien und Religionen gemeinsam unterzubringen - die besorgten Bürger fürchteten Konflikte. Beidem hielt Zillikens jedoch entgegen. Die Gemeindeverwaltung habe in Ratssitzungen und Bürgerversammlujngen über die Situation informiert. Auch die Besichtigung des Hauses sei ein "Akt völliger Transparenz". "Mehr kann man nicht machen", meint der Bürgermeister. Bei der Belegung der Einrichtung werde in jedem Fall auf die verschiedenen Ethnien und Religionen geachtet, versichert Zillikens.

Eigentümer Markus Reipen erklärt außerdem: "Wir haben die Auflagen hinsichtlich des Brand- und Schallschutzes mehr als erfüllt". Jedes der Zimmer habe zwei mögliche Rettungswege, wesentlich mehr als erforderlich, betont Architekt Ingo Thywissen. Auch zwei Vertreter der Feuerwehr nutzten die Gelegenheit, um sich Ortskenntnis zu verschaffen "Für solche Objekte erarbeiten wir im Vorfeld Einsatzkonzepte", erklärt Leiter Thomas Uppenkamp.

Neben der Brandschutzmaßnahmen habe ein anderer Schwerpunkt auf der Schaffung weiterer Wohnräume gelegen, berichtet Architekt Thywissen. Letztlich sei bei der Aufteilung auch darauf geachtet worden, Familien den Einzug zu ermöglichen. Außerdem gibt es zwei geräumige Küchen, eine große Toiletten- und Duschanlage für Männer und Frauen sowie einzelne Badezimmer. Da auch unbegleitete Minderjährige in das Heim einziehen, gibt es ein Büro für Sozialarbeiter und Betreuer, sagt Zillikens.

(NGZ)