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Jüchen: Bereits als Junge fasziniert vom Schachspiel

Jüchen : Bereits als Junge fasziniert vom Schachspiel

Ein Team der Schachgemeinschaft Hochneukirch sicherte sich jetzt den Titel als NRW-Meister. Marcel Harff (24) gehört dazu.

Marcel Harff aus Hochneukirch hat spätestens seit dem Jahr 2013 weit über seinen Heimatort Hochneukirch hinaus den Ruf eines Ausnahme-Schachspielers. "Wir konnten als Schachgemeinschaft 55 Hochneukirch den größten Erfolg in unserer Vereinsgeschichte verbuchen", sagt der 24-jährige. Denn er selbst, sein Vater Wilfried (56), Michael Coenen (25) und Norbert Esser (55) haben jetzt auf NRW-Ebene den Viererpokal im Schachspielen errungen und sind für die Bundesebene qualifiziert. Nun wollen sich die Hochneukircher für die Ausrichtung der ersten Doppelrunde auf Bundesebene am 10./11. Januar 2015 bewerben.

Ursprüngliches Ziel war in diesem Jahr eigentlich, dass die erste Mannschaft in die Regionalliga und die zweite Mannschaft in die Bezirksliga aufstieg. Auch Marcel Harff hatte als Grundschüler das Schachspiel für sich entdeckt. "Das erste Turnier im Normalschach habe ich mit acht Jahren gespielt und meinen ersten Pokal gewonnen: den Jugendpokal der Klasse U 10. Das war natürlich eine Extra-Motivation", sagt er. Doch nicht erst mit acht Jahren war für ihn das Schachspielen faszinierend - schon als Vierjähriger beobachtete er seinem Vater Wilfried Harff am Brett.

Im Oktober hatte Marcel Harff die Hochneukircher überrascht, als er im Schachspielen nach dem Einzelpokalsieg auch noch Sieger der NRW-Einzelmeisterschaft wurde ein Novum in Nordrhein-Westfalen: Mit nur 23 Jahren hatte sich Harff für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert.

Ähnlich konzentriert wie als Schachspieler arbeitet der Hochneukircher an seiner beruflichen Karriere: Nach dem Realschulabschluss wechselte er zum Grevenbroicher Pascal-Gymnasium, machte dort das Abitur. Vor fünf Jahren begann er eine Ausbildung als Chemikant; nach dem erfolgreichen Abschluss besuchte er die Abendschule, um sich als Betriebstechniker weiterzbilden. Dies wird noch bis zum Jahr 2016 dauern. "Zurzeit arbeite ich als Chemikant im Schichtdienst", erzählt Harff. Schichtarbeit, Abendschule und Schachspielen? "Man hat Wochen, in denen man viel arbeiten muss", sagt der 24-Jährige. Dennoch spielt Marcel Harff seit Ende 2013 auch noch Schach in Eupen, in der zweiten belgischen Liga. Dafür entschied er sich, "weil man in Deutschland nicht in zwei Mannschaften spielen darf". Außerdem möchte Harff möglichst viele internationale Erfahrung sammeln.

Als Ziele für die kommenden Jahre nennt er: "Mit drei oder vier Leuten für unsere Schachgemeinschaft 55 Hochneukirch eine Website auf die Beine stellen. In zwei Jahren Abendschule erfolgreich abschließen und danach eine erste eigene Wohnung in Dormagen mieten." Bleibt überhaupt noch Luft für andere Hobbys? "Wenn ich mal Zeit habe, gehe ich gerne zu Fußballspielen von Borussia Mönchengladbach", sagt Marcel Harff.

(kvm)