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Jüchen: Bei ihm traf sich Hochneukirch

Jüchen : Bei ihm traf sich Hochneukirch

Gerd Reuter gehört seit 1951 zum Heimatverein. Bekannt wurde er als Musiker mit den "Vier von Gerd Schmitz" und als Gastwirt bei Plum. Dort tagten viele Vereine – darunter kaum einer, der den 89-Jährigen nicht zum Ehrenmitglied machte.

Gerd Reuter gehört seit 1951 zum Heimatverein. Bekannt wurde er als Musiker mit den "Vier von Gerd Schmitz" und als Gastwirt bei Plum. Dort tagten viele Vereine — darunter kaum einer, der den 89-Jährigen nicht zum Ehrenmitglied machte.

Das Leben von Gerd Reuter ist auch ein wenig Geschichte von Hochneukirch. Sechs Jahrzehnte gehört der unverändert fitte Senior zum Heimatverein Hochneukirch. Er wurde in diesem Jahr dafür geehrt. "Ich bin ein Vereinsmensch und wollte etwas für Hochneukirch und die Vereine tun", sagt der ehemalige Gastwirt.

Geboren wurde Gerd Reuter 1928 in Jüchen. Aus Liebe kam er zwanzig Jahre später nach Hochneukirch, dort knüpfte er rasch Kontakte und trat dem "Theater- und Karnevalsverein" bei. "In den 1950er Jahren war ich einer derjenigen, die den Karneval im Ort als Büttenredner und Hoppediz mit Prolog wieder aufleben ließen", erzählt der 84-Jährige. Bei Plum und auch bei Beiermann im Saal feierten damals bis zu 500 Leute. Wenig später gehörte Reuter zu den "Roten Funken".

Aus Liebe nach Hochneukirch

Diese Vereine existieren heute nicht mehr — anders als der Heimatverein, bei dem Reuter 1952 Mitglied wurde. Gern blickt er auf 1979 zurück, das für ihn zu einem sehr ereignisreichen Jahr wurde: Reuter war Mitglied im Generalstab, wurde zudem Schützenkönig und repräsentierte mit seiner Ehefrau Martha, die er am 24. März 1948 heiratete, als Königspaar. "1979 war das Jahr des Kindes. Weil wir zum ersten Mal Großeltern geworden waren, haben wir viele Aktionen für unseren Kindergarten ins Leben gerufen, um ihn zu unterstützen. Wir veranstalteten zum Beispiel einen Trödelmarkt und organisierten ein Fußballturnier", erzählt Gerd Reuter. Acht Tage vor dem Schützenfest erhielt der Kindergarten neue Spielgeräte im Wert von 5000 D-Mark. "Die letzten Holzhäuschen sind kürzlich abgebaut worden", erzählt der Borussia-Mönchengladbach-Fan.

1979 waren die Eheleute zudem als Prinzenpaar im Karneval unterwegs. Denn der Heimatverein verantwortete damals auch das Winterbrauchtum. Zusätzlichen Bekanntheitsgrad erhielt Gerd Reuter als Musiker: Bereits 1946/47 hatte er in der Jüchener Musikkapelle "Die Vier mit Gerd Schmitz" begeistert Saxofon, Klarinette und Schlagzeug gespielt. Kurz darauf übernahm Reuters diese Musikkapelle. Erst als er 1966 die Hochneukircher Gaststätte Plum führte, reichte die freie Zeit nicht mehr aus, um seinem großen Hobby: der Tanzmusik, nachzugehen.

Doch als Gastgeber im Vereinslokal Plum war er den Menschen auch so sehr nah. Bis 1994 ging er in dieser Aufgabe auf: "Es kamen viele Züge zu uns in die Gaststätte und resultierend aus dieser Zeit bin ich Ehrenmitglied im Heimatverein sowie im "Fahnenzug" und bei den "Blauen Husaren".

Ehrungen sind ihm gewiss nicht fremd. Der Jungtischtennisclub (JTTC) ehrte ihn, das Tambourkorps, der Gartenbauverein, das Deutsche Rote Kreuz, der Turnverein und auch der Fußballverein VfB Hochneukirch, wo Reuter als erster sowie als zweiter Vorsitzender 14 Jahre Vorstandsarbeit leistete.

Dass der Heimatverein die Weichen für die Zukunft gestellt hat, das Schützenfest verlegt hat und es jetzt wieder mit "seinem" Heimatverein bergauf geht, das freut Gerd Reuter besonders. Resolut sagt er: "Das wurde aber auch höchste Zeit."

(RP/rl)