1. NRW
  2. Städte
  3. Jüchen

Bedburdyck und Stessen feiern Schützenfest

Schützenfest in Bedburdyck und Stessen : Ein besonderes Fest zum 150-Jährigen

Der Bürgerschützenverein Bedburdyck-Stessen besteht seit 150 Jahren. Angesichts dieses großen Jubiläums feiern die beiden Orte natürlich ein besonders prächtiges Schützenfest mit ihrem Königspaar Franz-Hubert und Ruth Ohmen.

Dass es kein normales Schützenfest sein würde, das wurde schon mit dem Fassbieranstich am Samstag Mittag deutlich: Schützenkönig Franz-Hubert Ohmen, der mit seiner Königin Ruth Ohmen regiert, brauchte einige Schläge, bis der Gerstensaft aus dem Hahn floss. Das war nichts Besonderes. Einmalig dagegen: Es gab eine Stunde lang für alle ein Bier, das als das leckerste überhaupt gilt: Freibier. Der Grund ist das 150-jährige Bestehen des Bürgerschützenvereins Bedburdyck/Stessen – dieses Jubiläum prägte das Fest immer wieder.

Selbst die Kinder profitierten vom Jubiläum: Für sie gab es zur Eröffnung ein buntes Programm inklusive Clown auf dem Hubert-Granderath-Platz. Und „Die Dyckerländer“ spielten zur Eröffnung 60 Minuten lang, sehr zur Freude der Erwachsenen. Die Artillerie „Böllermänner“ sorgte dafür, dass alle hören konnten, dass das Schützenfest eröffnet wurde.

Der Festgottesdienst in der Pfarrkirche in Bedburdyck dauerte länger als erwartet. In Bedburdyck und Stessen ist man enttäuscht und verärgert, dass Dechant Ulrich Clancett vom Bistum Aachen abberufen werden soll. „Er ist sehr volksnah und sehr beliebt bei uns“, sagten viele Schützen.

Am Ehrenmal in Stessen warteten zwei Schützen ungeduldig: Guido Winzen und sein Zugkamerad Hans-Peter Pelzer vom Jägerzug „Heimattreu“ hatten die Technik aufgebaut, damit die Reden per Lautsprecher zu hören waren. Der besondere Anlass: Aufgrund des 150-jährigen Bestehens wurde eine schlichte Gedenktafel am Ehrenmal enthüllt – am Samstag in Stessen und am Sonntag an der Kirchenmauer in Bedburdyck.

Präsident Stefan Justen, im schwarzen Anzug, einen schwarzen Zylinder auf dem Kopf, enthüllte am Samstagabend die Tafel mit der Aufschrift „1868 – 2018 150 Jahre Bürgerschützenverein Bedburdyck-Stessen 1868 e.V.“ Sein Wunsch: „Dass der Verein noch lange blüht und gedeiht.“

Regimentsarzt Dr. Franz-Josef Kox warb für Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme in einer Zeit, „in der ethische Werte an Bedeutung verlieren“. Früher sei aber nicht alles besser gewesen – im Gegenteil. Einen besonderen Auftritt genau an dem Punkt, wo Hahnerhof- und Kreuzstraße sich gabeln, hatte Hans-Peter Pelzer: Der sang sein selbstgetextetes Lied „Frieden“ mit der Melodie von Uriah Heep’s Klassiker „Free me“. Dafür gab es vom ganzen Regiment Applaus.

Oberst Norbert Hassel hatte diesmal besonders viel Verantwortung: Gestern marschierten 14 Gastvereine mit – deutlich mehr als sonst. Am Samstag war vorsorglich ausgemessen worden, ob der Platz von der ehemaligen Metzgerei Pelzer in Bedburdyck bis zur Bäckerei Lender am Kreisverkehr ausreiche. Und er sollte reichen. Vor dem Samstagabend hatte Stefan Justen keine Angst: „2008, als Deutschland bei der Fußballeuropameisterschaft das Spiel verloren hatte, war die Stimmung im Zelt trotzdem hervorragend.“

Auch diesmal wurde das Spiel auf einer Leinwand übertragen – und dass es in letzter Minute zu Gunsten der deutschen Kicker entschieden wurde, machte den Regimentsball zu einem vollen Erfolg bei bester Stimmung.