Jüchen: Baubeginn für neue A 44n

Jüchen: Baubeginn für neue A 44n

Mittwoch, 30. Mai, wurde das offizielle Signal für den Baustart der A 44n gegeben. Investitionsvolumen: rund 100 Millionen Euro. Bis 2017 muss sie fertig sein, um die A 61 zu ersetzen. Dann muss diese den Braunkohlebaggern weichen.

Jüchener müssen sich auf neue Autobahnschilder einstellen: Am Mittwoch startete RWE Power den Ausbau der A44n zwischen den Autobahnkreuzen Jackerath und Holz. Kostenpunkt ähnlich wie bei der Hambach-Autobahn: rund 100 Millionen Euro. Bei Gut Kaiskorb in Jackerath hoben Vertreter von Bund, Land, Wirtschaft und Kommunen vor 200 geladenen Gästen die ersten Schaufelblätter mit Erde aus. Für die neue, teils sechsspurige Autobahn werden künftig statt Spaten Großgeräte im Einsatz sein; in Spitzenzeiten werden dort bis zu 200 Menschen arbeiten.

Neben Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender von RWE Power (4.v.l.), und Winfried Pudenz, Geschäftsführer Straßen.NRW (2.v.l.), griff auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (2.v.r.) gestern zum Spaten für die Autobahn 44n. Foto: RWE

"Größere Leistungsfähigkeit"

Die A 44n gehört zu den Verkehrsprojekten, die wegen des Tagebaus Garzweiler II realisiert werden müssen. Bereits vor sechs Jahren war die A 44 für den Braunkohleabbau abgebaggert worden. Autofahrer wurden über die Autobahnen 61 und 46 geleitet. Doch auch über die A 61 wird bald kein Verkehr mehr rollen können, denn sie wird ebenfalls für den wandernden Tagebau abgerissen — voraussichtlich 2017.

"Der Neubau der A 44 und der leistungsfähige Ausbau der A 46 sind bis dahin dringend geboten", so Enak Ferlemann, Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. "Für die in Zukunft weiter wachsenden Verkehrsbelastungen bauen wir die A 44 mit größerer Leistungsfähigkeit, als sie die alte Strecke hatte", ergänzt Günter Horzetzky, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr.

  • Jüchen : Neue Autobahn durch Tagebau

Mehr als zehn Kilometer wird die neue Autobahn 44 lang sein; auf einer Länge von 7,2 Kilometern wird sie sechsspurig errichtet werden. Bereits im Januar 2012 war mit den ersten Vorbereitungen des Autobahnausbaus begonnen worden; sie verläuft größtenteils über rekultivierte Flächen im Tagebau Garzweiler II. Die Pläne wurden bereits vor zwölf Jahren entwickelt.

Geplant ist auch der Umbau der Autobahnkreuze Jackerath, Holz und Wanlo. Zudem wird ein rund sechs Kilometer langer Streifen der A 61 dem Braunkohlebagger weichen müssen. Nach dem Braunkohlebedarfsplan soll sie ab dem Jahr 2035 mit vier Fahrbahnen errichtet werden.

Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender von RWE Power, nutzte den Spatenstich dazu, um die Bedeutung der Braunkohle auch im Rahmen der Energiewende hervorzuheben: "Hochmoderne Kraftwerke wie unsere BoA-Blöcke stoßen nicht nur erheblich weniger CO2 aus, sie sind vor allem flexibel und können so die nicht planbare Einspeisung von Sonne und Wind ausgleichen."

(RP/ila)
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