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Jüchen: Autohändler kämpft um Fläche im Gewerbegebiet

Jüchen : Autohändler kämpft um Fläche im Gewerbegebiet

Der Rat hat eine Filiale des Autohändlers Georg Stiller an der Robert-Bosch-Straße abgelehnt. Der Hochneukircher will daran festhalten.

Seit zwei Jahren interessiert sich der Hochneukircher Unternehmer Georg Stiller für eine 4000 Quadratmeter große Fläche im Gewerbegebiet Robert-Bosch-Straße. Dort will der 36-Jährige, der vor zehn Jahren "Automobile Stiller" an der Wickrather Straße eröffnet hat, eine Filiale errichten lassen. Nach Plänen, die der NGZ vorliegen, sollte dort ein Autohaus mit Kfz-Werkstatt entstehen. Die Verwaltung hat den Grundstücksverkauf dem Rat zur Abstimmung vorgelegt; er lehnte Stillers Vorhaben mit Mehrheit ab. Der Kfz-Meister und Betriebswirt ist entsetzt: "Ich habe bereits 30 000 Euro an Planungs- und Gutachterkosten investiert." Er fühlt sich zudem von der Wirtschaftsförderung "schlecht beraten". Sein weiterer Vorwurf: "Die CDU hat das Vorhaben abgelehnt, um die bestehende Konkurrenz zu schützen."

An der Robert-Bosch-Straße sind noch 30 000 Quadratmeter frei. Bisher läuft die Vermarktung schleppend. Nach der City-Glaserei aus Grevenbroich haben dort Ford Robert Wirtz, die Werkstatt Cornetz Auto-Crew und Redhot Car Wash eröffnet. Die jüngste Idee von Wirtschaftsförderin Annika Schmitz: Sie will einen Gewerbepark für kleinere Firmen und handwerker errichten lassen. Georg Stiller hat bereits 2013 die Fläche gegenüber der Autowaschanlage ins Auge gefasst. "Die Gemeinde hat zwei Termine beim Notar platzen lassen. Dabei hatte ich alle notwendigen Unterlagen zusammen", so Stiller. Nach eigenen Angaben zahle er Gewerbesteuer in Jüchen, hätte in zehn Jahren zehn Lehrlinge erfolgreich ausgebildet - darunter Jugendliche mit Defiziten. "Ich möchte gern in Jüchen dieses Vorhaben verwirklichen", betont er.

Bürgermeister Harald Zillikens verweist in dieser Sache auf die Entscheidung des Gemeinderats: "Die Verwaltung hat die Pläne zur Abstimmung vorgelegt, doch entscheiden muss der Rat." Dies habe er nach intensiver Diskussion getan. Zu einer Vertragsunterzeichnung sei es Zillikens zufolge bisher nicht gekommen, "weil Unterlagen und Gutachten gefehlt haben".

"Kein Kommentar zu einer nichtöffentlichen Sitzung", heißt es von CDU-Fraktions-Chef Norbert Esser und CDU-Gemeindeverbands-Chef Karl-Heinz Ehms. Nach NGZ-Informationen soll es aber in der CDU-Fraktion zunächst Unterstützer für Stiller gegeben haben. Anders Mario Broisch, Chef des CDU-Ortsverbands Hochneukirch/Otzenrath. Er würde sich "an dieser exponierten Stelle kein Unternehmen rund ums Auto, sondern eine Erweiterung des Angebots, etwa ein ,Dänisches Bettenlager'" wünschen. SPD-Chef Holger Tesmann kritisiert die "Mehrheitsentscheidung von CDU und FDP: Wir hätten uns das Projekt gut vorstellen können." Er nennt die Ablehnung der CDU mit dem Hinweis auf einen Abschleppdienst "hanebüchen": "Eine solche dürftige Begründung eröffnet Raum für Spekulationen über den wirklichen Grund der Ablehnung bis hin zur Wahrung eines konkurrierenden Klientelinteresses", so Tesmann.

Und Georg Stiller? Er will an seinen Vorhaben festhalten: "Ich gebe nicht auf."

(NGZ)