Jüchen: Auswahlverfahren für Ganztagsschule

Jüchen: Auswahlverfahren für Ganztagsschule

Die offenen Ganztagsbereiche der Jüchener Grundschulen können die zunehmende Platznachfrage nicht mehr erfüllen. Es gibt schon Auswahlverfahren mit Dringlichkeitskriterien und Wartelisten. Der Aufwärtstrend soll anhalten.

Immer mehr Eltern melden ihre Kinder für die Betreuung in der offenen Ganztagsgrundschule (Ogata) an: Das führt in den Jüchener Grundschulen zu erheblichen Engpässen, so dass bereits mit Auswahlverfahren und Wartelisten reagiert werden musste. Mit dieser Problematik befasst sich der Schulausschuss in seiner nächsten Sitzung am 15. März. Zwar gingen die Anmeldezahlen der Schulneulinge für den offenen Ganztag kurzfristig zurück, als das Land per Erlass den regelmäßigen Ogatabesuch von montags bis freitags zu festen Zeiten vorschreiben wollte. Jüchen rechnet jetzt allerdings wieder mit einem Ansteigen der Anmeldezahlen, weil das Land die Besuchszeiten für die Ogata mit einem neuen Erlass inzwischen flexibler ermöglicht.

Bereits jetzt mussten die Grundschulen Jüchen, Hochneukirch und Otzenrath Wartelisten zum Schuljahr 2017/18 für ihre Ogatas einrichten. Obwohl im Laufe des Schuljahres Plätze für Nachrücker frei geworden seien, wie diese Schulen melden, sind in Hochneukirch immer noch zehn Kinder auf der Ogata-Warteliste, in Jüchen sechs und eines in Otzenrath.

Wegen der bereits vorliegenden Anmeldezahlen von insgesamt 129 Schulneulingen für die Ogatas zum Schuljahr 2018/19 haben die Grundschulen Jüchen, Hochneukirch und Otzenrath jetzt ein Auswahlverfahren eingeführt. Die Eltern konnten in einem Fragebogen Angaben zur Dringlichkeit der Unterbringung ihres Kindes in der Ogata und zur allgemeinen familiären Situation machen. Die Schulen wollen den Eltern bis Ende April mitteilen, welche Kinder den Zuschlag für Ganztagsbetreuung bekommen. Besonders eng wird es in Otzenrath, wie die Schulleitung der Gemeinde bereits angekündigt hat. Dort wird nun versucht, mit dem Betreuungsverein Lösungen für eine Aufstockung der Ogata-Plätze zu finden.

  • Mini-Rollstühle aus Jüchen-Hochneukirch : 50. Kleinkinder-Rollstuhl gespendet

Nach der aktuellen Statistik nutzen aktuell insgesamt 465 Kinder die Ogatas, davon 153 in der Grundschule In den Weiden, 149 in Gierath und Bedburdyck sowie 163 in Hochneukirch und Otzenrath. Zu Beginn der Ogatas im Jahr 2005 waren es insgesamt 150 Kinder, davon 34 in Jüchen, 64 in Bedburdyck und Gierath sowie 52 in Hochneukirch und Otzenrath.

Es gibt auch eine gute Nachricht zur Ganztagsbetreuung: Die Landesregierung stockt die Fördermittel auf. So soll der Landesanteil pro Kind und Jahr in den Ogatas ab 1. August diesen Jahres von bisher 1024 auf 1085 angehoben werden. Für Ogatabesucher mit erhöhtem Förderbedarf, zu denen Flüchtlingskinder gehören, wird der Zuschuss von 2064 auf 2188 Euro erhöht. Ab 2019 sollen die Fördersätze jährlich um drei Prozent steigen, damit verbunden allerdings auch der Eigenanteil der Stadt Jüchen als Schulträger. Das Land hat seinen Erlass zur Besuchszeit der Ogatas übrigens flexibler gefasst, damit die Grundschulkinder auch regelmäßige Angebote etwa von Sportvereinen, Musikschulen oder auch Kirchen außerhalb der Unterrichtszeiten nutzen können. Dazu gehören auch medizinische Therapien in den Nachmittagszeiten.

Die Gemeinde Jüchen weist aber darauf hin, dass es die örtlichen Grundschulen auch bereits vor der Änderung des Erlasses in unbürokratischer Absprache mit den Eltern den Kindern ermöglicht haben, Vereinsaktivitäten oder notwendige Therapien an den Nachmittagen wahrzunehmen.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE