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Jüchen: Archiv-Verein kümmert sich seit 20 Jahren um Lokalgeschichte

Jüchen : Archiv-Verein kümmert sich seit 20 Jahren um Lokalgeschichte

Staubige Akten, graue Räume, langweilige Geschichten - wer diese Klischees mit dem Gemeindearchiv Jüchen verbindet, liegt falsch. Denn das Archiv an der Steinstraße ist mehr als nur eine triste Verwahrstätte für Aktenberge. Dafür sorgt auch der Förderverein um den Vorsitzenden Dieter Ohlmann (74): Seit 20 Jahren erfüllen die nun 34 Unterstützer die Einrichtung mit Leben - und präsentieren regelmäßig neue Projekte zur Lokalhistorie. "In Zukunft stehen weitere spannende Projekte auf dem Plan. Wir suchen für ein neues Buch, an dem der Kölner Historiker Martin Rüther arbeitet, Zeitzeugen, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Flüchtlinge oder Vertriebene nach Jüchen kamen", so Ohlmann.

Den runden Geburtstag wollen die Mitglieder des Fördervereins an ihrem Gründungsdatum, dem 26. April, feiern. Dazu nutzen sie am kommenden Sonntag die dritte Auflage des Kulturfestes "Jüchen bunt" in der Realschule. Dort werden sie die Besucher an einem Stand über sich und ihre Arbeit informieren. "Wir wollen in erster Linie unsere Veröffentlichungen zeigen, aber auch die Werbetrommel für den Förderverein rühren", sagt der Vorsitzende. Der Bedburdycker wurde erst kürzlich in seinem Amt als Chef des Fördervereins bestätigt.

Er betont auch, dass die Mitglieder dafür einstehen werden, dass das Archiv in Jüchen langfristig erhalten bleibt. "Das liegt uns sehr am Herzen. Wer sich über Umsiedlungen, die einzelnen Ortsgeschichten oder etwa über die alten Gemeinden, aus denen das heutige Jüchen entstanden ist, informieren möchte, ist dort genau richtig. Und Interessierte sollen weiterhin die Möglichkeit haben, diese Informationen in ihrer Heimat zu erhalten", sagt Ohlmann.

Neu ist der Kooperationsvertrag, der zwischen dem Gymnasium Jüchen und dem Gemeindearchiv geschlossen wurde. Er ermöglicht den Schülern, im Archiv etwa für eine Facharbeit zu recherchieren. "Der Fokus des Fördervereins liegt auch auf der Jugendförderung", sagt der 74-Jährige, an dessen Seite sich Werner Hüsselmann als zweiter Vorsitzender engagiert. Im Verein tätig sind darüber hinaus auch Gemeindearchivar Axel Bayer sowie die ehemaligen Bürgermeister Rudi Schmitz und Peter Giesen. Giesen zählt mit 93 Jahren zu den ältesten Mitgliedern des Vereins - das jüngste ist gerade mal 19 Jahre alt.

(cka-)