Jüchen: Anmeldewünsche: Gesamtschule ringt um ihre Vierzügigkeit

Jüchen: Anmeldewünsche: Gesamtschule ringt um ihre Vierzügigkeit

Vorläufige Anmeldezahlen zeigen, dass immer mehr Eltern ihre Kinder auf das Gymnasium schicken wollen. Es wird nun vierzügig.

Die Vierzügigkeit der Gesamtschule Jüchen steht derzeit noch auf der Kippe. Wie die aktuellen Anmeldewünsche an den weiterführenden Schulen zeigen, will ein Großteil der Eltern seine Kinder zum Gymnasium schicken: 142 Anmeldungen liegen derzeit nach NGZ-Informationen für das Gymnasium vor, 71 Anmeldungen gibt es bisher für die Gesamtschule. Damit fehlen der Schule für die Vierzügigkeit noch mindestens zehn Anmeldungen. Die Gemeindeverwaltung weist auf Nachfrage unserer Redaktion darauf hin, dass die Anmeldungen noch nicht vollends abgeschlossen seien. Es wird noch mit einigen Anmeldungen aus den Nachbargemeinden gerechnet, die die Sachlage verändern könnten.

Schon jetzt steht fest, dass das Gymnasium im kommenden Schuljahr vierzügig wird. "Ich hätte mir sogar einen noch flexibleren Umgang gewünscht: Vom Platz her hätten wir es einmalig auch fünfzügig hinbekommen", sagt Monika Thouet, Leiterin des Gymnasiums Jüchen. Doch schon die Vierzügigkeit ist eine Ausnahme: Von Seiten des Rats besteht eine Genehmigung für eine Dreizügigkeit des Gymnasiums, eine Vierzügigkeit ist geduldet.

Maximal 120 Fünftklässler finden so am Gymnasium einen Platz. Ausgewählt wurde bereits: Zuerst wurden die Geschwister von Kindern, die bereits am Gymnasium sind, angenommen. Die weiteren Plätze wurden per Los vergeben. Knapp zwei Dutzend Schüler mussten abgelehnt werden. "Wir haben schon im Vorfeld geraten, dann zur Gesamtschule zu gehen", sagt Thouet. Allerdings hätten viele Eltern angedeutet, lieber ein anderes Gymnasium in der Umgebung von Jüchen zu suchen, sagt die Schulleiterin. Laut Thouet ist es jedoch wahrscheinlich, dass noch Kinder, die an Gesamtschulen in Grevenbroich oder Mönchengladbach abgelehnt werden, auf die Gesamtschule Jüchen zukommen. Die Leitung der Gesamtschule wollte sich auf NGZ-Anfrage nicht zum Thema äußern.

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"Fakt ist, dass die Mehrheit der Eltern ihre Kinder auf das Gymnasium schicken will", sagt Gemeindesprecher Jürgen Wolf. Trotzdem gehe die Gemeindeverwaltung davon aus, dass auch an der Gesamtschule eine Vierzügigkeit erreicht wird. Man rechne noch mit Anmeldungen von Kindern aus anderen Gemeinden. Und: Die Erfahrung der letzten Jahre habe gezeigt, dass Eltern ihre Kinder oft voreilig am Gymnasium anmelden: "In den Folgejahren gibt das Gymnasium immer auch einige Schüler an die Gesamtschule ab, weil die Kinder das nicht schaffen. Dadurch rüttelt sich das wieder zurecht", sagt Wolf. Am 15. März sollen im Schulausschuss die endgültigen Zahlen präsentiert werden.

Die Jungen Liberalen sehen in den Zahlen eine Bestätigung für ihre Ansicht, dass der Wandel von der Sekundar- zur Gesamtschule keine gute Idee gewesen sei. "Man habe sich damals für eine "konkurrenzlose Schullandschaft" eingesetzt und stehe dazu auch heute. Problemtisch sei, dass nun auch das Gymnasium das Abitur nach der 13. Klasse (G9) anbieten wird. "Damit ist ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Schulen verschwunden, der oft zur Entscheidungsfindung geführt hat", heißt es in einer Mitteilung der FDP-Jugendorganisation.

(mre)