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Jüchen: Amtsleiterin erklärt die neue Gesamtschule

Jüchen : Amtsleiterin erklärt die neue Gesamtschule

Carola Schellhorn lädt die Öffentlichkeit zu Workshops ein, um Ängste und Vorurteile vor dem Konzept der Gesamtschule abzubauen.

"Ich kam an und war mitten drin", bilanziert die neue Schul-, Kultur- und Sportamtsleiterin Carola Schellhorn ihre ersten Monate in Jüchen. Seit dem 4. Oktober wurde die 48-Jährige zunächst noch von ihrem Vorgänger Bernhard Krahwinkel begleitet, der aber im Dezember in den Ruhestand verabschiedet worden ist. Schellhorn, die in vorherigen Anstellungen bereits Bauamtsleiterin und Kämmerin war, hat sich in ihrem neuen Fachbereich in Jüchen schnell "freigeschwommen" und Prioritäten festgelegt.

"Die Schulen stehen bei mir auf der Liste ganz vorne", sagt sie und skizziert ihren "Marschplan", um als Allererstes die neue Gesamtschule nach außen und innen verständlicher zu machen, Ängste und Vorurteile abzubauen. Da Schellhorn praktischerweise auch ausgebildete Moderatorin ist, wird sie selbst eine Workshop-Reihe mit Kick-off-Veranstaltung und Abschlusspräsentation für die Öffentlichkeit leiten. Bis Ende April sollen alle Klassen der Gesamtschule, die Eltern und Lehrer dann die Workshops durchlaufen haben: so ihr ehrgeiziges Ziel.

 Dieses passende Schellhorn-Original hängt in der Kämmerei.
Dieses passende Schellhorn-Original hängt in der Kämmerei. Foto: gt

Dabei fußt Schellhorn zum Beispiel auf Ergebnissen aus dem Controlling innerhalb der neuen Gesamtschule: "In der kurzen Zeit hat sich die persönliche und fachliche Entwicklung der Schüler sogar in Mathematik deutlich verbessert." Aber auch das Gymnasium und die Grundschulen in Jüchen lobt Schellhorn "in den höchsten Tönen": Nicht nur von der baulichen Substanz und der Einrichtung her seien die Jüchener Schulen eine positive Ausnahmeerscheinung. Das gelte auch für das Engagement und die Motivation der Lehrer- und Leiterteams, die in Kürze auch in den weiterführenden Schulen wieder komplettiert würden. Nach dem Ausscheiden von Petra Schlotte am Gymnasium werde dort am 1. Februar ein Nachfolger erwartet. Und für die Gesamtschule "stehe die Ampel jetzt auf Gelb", dass der bereits angekündigte stellvertretende Leiter ebenfalls im Februar von seiner bisherigen Schule in Neuss freigegeben werde.

Für ihren weiteren Amtsbereich Kultur plant die passionierte Hobbymalerin und -musikerin jetzt bereits eine Kabarettreihe für 2018. Außerdem führe sie Gespräche mit Agenturen für Konzerte in Jüchen, berichtet Schellhorn, die selbst Klavier spielt und Gesangsunterricht in Mönchengladbach nimmt. "Ich möchte gerne Konzerte von Jüchenern für Jüchener mit Veranstaltungen von auswärtigen Künstlern abwechseln", schildert sie ihre Vorstellungen.

Schellhorn hat ihre Kennenlern-Tour durch die großen Jüchener Sportvereine bereits absolviert und dabei den Eindruck gewonnen, Jüchen sei auch in diesem Bereich "ein positiver Ausnahmefall": Denn sie habe noch nirgendwo anders erlebt, das Sportvereine Hallen und Bäder selbst betreiben, lobt sie. Wichtig seien ihr aber Kooperationen der Vereine untereinander und mit der Gemeinde, zum Beispiel auch bei den Kunstrasenplätzen, spricht Schellhorn das "heiße Eisen" der Kosten für den Gemeindeetat an.

Dabei hat die ehemalige Kämmereileiterin aus Baden-Württemberg schon ein probates und augenzwinkerndes Mittel der Geldbeschaffung fürs Jüchener Gemeindesäckel parat: Ihr selbstgemalter Dagobert Duck hängt jetzt im Rathaus in der Kämmerei und veranschaulicht, wie man Geld spart und gewinnt.

(NGZ)