Jüchen: Ärger über Fäkalien im Jüchener Bach

Jüchen : Ärger über Fäkalien im Jüchener Bach

Karl Vill aus Kleinenbroich fragt sich, warum an der Aldenhovener Schlossstraße Fäkalien in den Jüchener Bach gelangen können. Die Gemeinde hat gestern eine Verstopfung entfernt und will den Kanal überprüfen lassen.

Karl Vill (71) ist entrüstet: An der Schlossstraße in Aldenhoven hat er beobachtet, dass "bei trockenen Wetter Fäkalien in den Jüchener Bach eingeleitet werden" und dass diese den Bach verunreinigen. Was den Kleinenbroicher verärgert: "Dieses Problem tritt nicht das erste Mal auf." Bereits in den Jahren 2008 und 2009 hat Vill ähnliche Verunreinigungen an dieser Stelle angeprangert, hat etwa Kontakt zur Unteren Wasserbehörde und zur Gemeindeverwaltung Jüchen aufgenommen. Nun hat er sich zudem an die Obere Wasserbehörde in Düsseldorf gewandt und dort um Hilfe gebeten. Karl Vill fürchtet: "Die Umwelt und die Gesundheit der Anwohner und auch der Besucher in den Erholungsgebieten am Bach ist gefährdet."

Das Abwasser aus Aldenhoven, Bedburdyck und Damm wird über den Hauptkanal in die Kläranlage Glehn geleitet. In Aldenhoven werden Regen- und Abwasser nicht getrennt, wie Oswald Duda, Technischer Dezernent der Gemeinde Jüchen, erläutert: "Hier wird das Wasser nach dem Mischsystem gesammelt." An der Schlossstraße liege ein Stauraumkanal, in dem normalerweise kein Abwasser fließt - außer bei starkem Regen. Dieses dürfe dann in den Jüchener Bach eingeleitet werden. "Dafür liegen die entsprechenden Genehmigungen vor", betont Oswald Duda. "Da wir starke Regenfälle in den vergangenen Tagen und Wochen hatten, wurde auch diese Einleitung in den Jüchener Bach genutzt", so Duda.

Karl Vill vermutet nun, dass das Kanalbauwerk nicht regelmäßig kontrolliert werde: "An dem Auslaufgitter befindet sich angetrockneter Toilettenbalast." Auch der üble Geruch, der wetterbedingt unterschiedlich wahrnehmbar sei, würde darauf hindeuten. Dieser Einschätzung widerspricht Oswald Duda und verweist darauf, dass die letzte Kontrolle der Anlage am 16. Juli stattgefunden habe. "Wir kontrollieren die Kanäle in unterschiedlichen, aber regelmäßigen Abständen."

Nach den Hinweisen von Karl Vill sei die Verwaltung aktiv geworden, habe gestern Morgen die Anlage überprüfen und eine Verstopfung des Schiebers entfernen lassen. "Solche Hindernisse tauchen immer wieder im Kanal auf", sagt der Technische Dezernent und nennt als weitere Beispiele Putzlappen oder Tierkadaver.

Oswald Duda bestätigt, dass es bereits vor fünf und sechs Jahren Beschwerden über stinkende Einleitungen in den Jüchener Bach gab. Die Gemeinde habe daraufhin reagiert und vor zwei Jahren eine Tauchwand mit Lamellen und einen neuen Schieber einbauen lassen. Nach Dudas Einschätzung sei die Anlage jetzt "auf dem neuesten Stand". "Wir werden die Anlage aber nochmals überprüfen lassen und mögliche Verbesserungen überlegen."

Karl Vill kann nicht verstehen, dass dieses Problem immer noch ungelöst ist. "Bereits 2009 wurde zugesagt, dass weitere Störungen ausgeschlossen werden", sagt der 71-Jährige. Ihm jedenfalls ist der Aufenthalt am Jüchener Bach zurzeit verleidet - und auch seinen Enkeln könne er keine Entdeckungstouren am Bach mehr empfehlen.

(NGZ)