Jüchen: Abschied vom Amt

Jüchen: Abschied vom Amt

Bürgermeisterin Margarete Kranz gibt ihr Amt ab: Anfang Oktober ist Schluss. Welche Pläne sie danach verwirklichen möchte, hält die 59-jährige noch geheim. Nur eins steht fest: Für einen Monat geht es in die USA.

Eine große öffentliche Abschiednahme gibt es nicht – aber viele kleine: Ob Dorffest, Preisverleihung oder Bürgerversammlung, die Jüchener kommen auf Margarete Kranz zu und verabschieden sich, sind gerührt und traurig, dass ihre Bürgermeisterin geht. Gerne hätte Margarete Kranz ihren Job behalten, doch die politische Unterstützung innerhalb der CDU-Fraktion fehlte.

Eine bittere Erfahrung angesichts ihrer Beliebtheit im Ort, die schließlich zu der Entscheidung führte, nicht wieder als Bürgermeisterin kandidieren zu wollen. Doch über die Querelen der Vergangenheit will Margarete Kranz nicht sprechen: "Das ist vorbei, der Entschluss ist längst gefallen", sagt sie. Im Guten will sie zurückblicken auf ihre Zeit als Bürgermeisterin, auf die Erfolge und Freuden des Amtes. Es sind auch weniger die politischen Beschlüsse, als die persönlichen Erfahrungen, an die sie sich gerne erinnert: "Ich habe immer versucht, die Menschen einzubeziehen in Dinge, die sie betreffen" sagt Kranz.

  • Xanten : Margarete Zapke feiert 102. Geburtstag

Bürgernah wollte sie sein, den Jüchenern auch negative Entscheidungen verständlich machen. "Ich glaube, die Leute haben mir vertraut, und darauf bin ich stolz", sagt sie heute. Momentan laufen in der Verwaltung die Haushaltsplanungen, darin ist Kranz noch involviert. Auch ihr Nachfolger als Bürgermeister, Harald Zillikens, ist dabei zugegen. Beide wollen eine reibungslose Amtsübergabe schaffen, treffen sich häufig, um aktuelle Probleme zu besprechen: Ortsdurchfahrt B59, Bahnhofsumfeld Hochneukirch oder die Ansiedlung von neuen Unternehmen sind einige der Themen. Was nach ihrem Job als Bürgermeisterin kommt, weiß Margarete Kranz zwar schon, will es aber für sich behalten: "Im November mache ich das öffentlich", sagt sie. "Da wurde Stillschweigen vereinbart." Auch ob es sich um eine feste Stelle oder ein Ehrenamt handelt, will Kranz nicht verraten. Auf jeden Fall wolle sie Jüchen treu bleiben – nach Velbert, ihrer Heimatstadt, ziehe es sie nicht zurück. "Ich lebe gerne hier", sagt Margarete Kranz. Anfang Oktober wird sie erst einmal Urlaub machen: in Kalifornien. "Mein Sohn Steffen macht in den USA ein Praktikum", erzählt Kranz. Die beiden wollen sich in Los Angeles treffen, dann Städte wie San Francisco, San Diego oder Las Vegas besuchen. "Und dann fliegen wir noch für eine Woche nach New York", so Kranz strahlend. Die Urlaubsaussichten machten ihr den Abschied etwas leichter, meint sie. "Das Leben ist ja nicht vorbei, ich blicke positiv in die Zukunft" sagt Kranz. Und wischt sich heimlich eine Träne aus dem Augenwinkel.

(RP)