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Abi-Entlassung: Die ersten Abiturienten an der Gesamtschule Jüchen

Von der Sekundarschule zur Gesamtschule : Die ersten Abiturienten an der Gesamtschule Jüchen

35 Schüler der Gesamtschule Jüchen konnten am Freitag ihr Abi-Zeugnis entgegennehmen – als erster Abitur-Jahrgang der noch jungen Schule. Alle haben laut Schulleiterin Susanne Schumacher eine klare Perspektive für ihre Zukunft.

Als sie in die fünfte Klasse kamen, begannen sie als Sekundarschüler. Seit 2016 sind sie Gesamtschüler, und nun haben sie ihr Abi in der Tasche. An der Stadionstraße in Jüchen gab es am Freitag Nachmittag doppelten Grund zu feiern: 35 junge Frauen und Männer konnten ihr Abiturzeugnis entgegen nehmen. Sie bilden den ersten Jahrgang an der Gesamtschule, die die Allgemeine Hochschulreife erlangt hat.

„Ihr wart immer die Pioniere“, sagte Schulleiterin Susanne Schumacher bei der Abifeier mit Eltern, Lehrern und Gästen in der Schulaula. „Ihr seid flexibel, belastbar und Ihr habt ein hohes Maß an Sozialkompetenz bewiesen“, würdigte Schumacher, die vor Gründung der Gesamtschule 2016 stellvertretende Leiterin der bisherigen Sekundarschule war.

Der Wechsel der Schulform „war ein richtiger Schritt. Wir haben damit den Schülern eine Perspektive gegeben, die an der Schule vorher nicht bestand“, erklärte sie vor der Veranstaltung. Die Sekundarschule verfügt nämlich über keine Oberstufe, die Schüler hätten fürs Abi die Schule wechseln müssen.

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Bürgermeister Harald Zillikens, der sich mit der Schulleiterin bei der Eröffnungsrede abwechselte, blickte auf die Überlegungen und Diskussionen bei der Umgestaltung der früheren Jüchener Schullandschaft mit Haupt-, Realschule und Gymnasium vor einigen Jahren zurück. „Wir haben als kleine Stadt zwei starke weiterführende Schulen“, würdigte er die heutige Situation.

Die erste Abi-Bilanz der Gesamtschule ist eindrucksvoll: In der fünften Stufe hatten von 106 Kindern des heutigen Abi-Jahrgangs, eben den „Pionieren“, lediglich zwölf eine Gymnasialempfehlung aus der Grundschule mitgebracht. Nun hat immerhin ein Drittel des Jahrgangs die Abi-Prüfungen bestanden. „Das ist eine tolle Quote“, sagte Schumacher „Ihr könnt mit stolz geschwellter Brust die Schule verlassen.“

Das gelte besonders auch wegen der Corona-Bedingungen. Das Ministerium habe mehr Prüfungsaufgaben angekündigt, aus denen Lehrer auswählen könnten. Schumacher: „Doch etwa in Mathe war es wie immer, und die Aufgaben waren ,tricky’“, knifflig.

Ebenfalls ein Erfolg: „Alle Abiturienten haben eine klare Perspektive für ihre Zukunft“, berichtete die Schulleiterin. Daran habe die Schule im Rahmen der Berufsorientierung mitgewirkt. Marc Mouket (18) aus Jüchen beispielsweise will Molekularbiologie studieren. „Ich werde mich am Samstag in Kaiserslautern einschreiben. Mir ist schnell aufgefallen, dass mir Bio am meisten Spaß macht und dort meine Stärke liegt.“ Eine Online-Vorlesung hat er bereits mitgemacht.

Corona sei eine Umstellung gewesen, „von einem Tag zum anderen ins Homeschooling zu gehen. Aber da unsere Schule Pilotschule für Digitalisierung war, war das kein Problem, weil wir die Netzwerke schon hatten“, sagt Marc Mouket, der am Freitag zusammen mit Justin Wuschack durch das Programm der Abi-Feier führte.

Lena Eßer aus Bedburdyck bestätigt die guten Erfahrungen. „Wir hatten digitalen Unterricht nach unserem Stundenplan. Das hat super geklappt. Unsere Schule war auf Zack“, sagte die 18-Jährige. Sie beginnt ein dreijähriges duales Studium als Kreisinspektoranwärterin beim Rhein-Kreis Neuss. Daniel Schmidt (19) aus Schlich hat sich für ein duales Studium bei Ford entschieden – ein Studium der Elektrotechnik sowie eine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik. Er wolle beruflich etwas Zukunftsweisendes machen, sagt der 19-Jährige.

Und was wird von den Pionieren den künftigen Abiturienten an der Gesamtschule Jüchen geraten? „Dran bleiben, auch wenn eine Klausur nicht so gut geklappt hat. Man kann es schaffen, wenn man lernt“, erklärte Lena Eßer.