Jüchen: 22 Sturmeinsätze und Vollalarm - Schulen verbieten Hofpausen

Jüchen : 22 Sturmeinsätze und Vollalarm - Schulen verbieten Hofpausen

Verletzte forderte der Sturm "Friederike" in Jüchen nicht. 70 Feuerwehrleute mussten aber viele umgestürzte Bäume abräumen.

Mit Böen von bis zu 105 Stundenkilometern zog gestern das Sturmtief "Friederike" über Jüchen. Seit 11 Uhr hatte die Freiwillige Feuerwehr Jüchen Vollalarm für das Gemeindegebiet ausgelöst. Vor allem zwischen 13 und 14 Uhr erreichte der Sturm, für den die Alarmstufe Rot (bis 130 km/h) ausgelöst war, seine höchste Stärke, und die Wehr musste parallel gleich mehrere Einsätze abarbeiten.

Der erste Baum hatte bereits gegen 7 Uhr in Neuenhoven dem Sturm nicht standhalten können und war umgeknickt. Ab 11 Uhr ging es dann Schlag auf Schlag, so dass sich bis kurz nach 14 Uhr bereits 22 sturmbedingte Einsätze gehäuft hatten. 70 Feuerwehrleute waren im Einsatz, die alle von der Hauptwache an der Kelzenberger Straße aus koordiniert wurden. Das Spektrum reichte von umgestürzten Bäumen und umherfliegenden Gegenständen bis zur Gefahrenabwehr für Fußgänger und Kraftfahrer. Verletzt wurde niemand nach Angaben von Feuerwehrchef Heinz-Dieter Abels. Auch habe niemand aus Häusern evakuiert werden müssen, auf die Bäume gestürzt waren. Die Bewohner hätten sich alle selbst in Sicherheit gebracht.

So waren alleine drei große Bäume auf Häuserdächer in Kelzenberg, Stessen und in Hochneukirch gestürzt, wie Abels weiter bilanziert. Weitere Bäume waren umgeknickt und mussten von der Grubenrandstraße, und an zwei Stellen in Neuenhoven von den Fahrbahnen geräumt werden.

Da schon am Vorabend vom deutschen Wetterdienst Sturmwarnung gegeben worden war, hatte die Jüchener Feuerwehr die Bevölkerung schon frühzeitig über ihre Facebook- und Internetauftritte gewarnt. Ab 5 Uhr war dann Abels bereits mit den ersten Kameraden im Einsatz. Und als der Sturm und die Einsätze über die Kreisleitstelle am späten Vormittag zunahmen, bündelte er die verfügbaren Einsatzkräfte aller Löschzüge in der Jüchener Feuerwache zum Ausrücken.

Die Jüchener Schulen hatten gestern nicht generell sturmfrei gegeben, wie es in anderen Städten der Fall war. Gemeindesprecher Norbert Wolf berichtete auf NGZ-Nachfrage, die Schulen hätte die Kinder aber in den Pausen nicht aus den Gebäuden gelassen. Die Gesamtschule und die Gemeinschaftsgrundschule Jüchen informierte die Eltern und Schüler gestern früh über ihre Internetseiten und verwiesen auf das Schulministerium. Das hatte den Eltern gestern freigestellt, ob sie die Kinder zur Schule schicken wollten. "Sollte die Gemeinde Jüchen weitreichendere Entscheidungen treffen, werden wir die Eltern und Schüler an dieser Stelle darüber informieren", schrieben die Schulleiterinnen, die allerdings von den Eltern umgehend informiert werden wollten, welche Kinder nicht zum Unterricht kommen würden.

(NGZ)
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