Hünxe: Und, was hast du in Mathe?

Hünxe: Und, was hast du in Mathe?

Für manche ist er ein Tag des Zittern und Bangens. Viele bewahren ihn als solchen für immer in Erinnerung. An den Schulen in NRW werden heute Zeugnisse verteilt. Eine Hünxer Schülerin berichtet.

Sitzenbleiben kann man zum Halbjahr zwar nicht. Das Zeugnis kann aber den unangenehmen Vermerk enthalten, dass eine Versetzung in die nächste Jahrgangsstufe gefährdet ist. Und sowieso ist so eine Notenvergabe wohl selten eine angenehme Angelegenheit. Marie Rumpf, derzeit Praktikantin in unserer Redaktion, muss sich darum nicht sorgen. Die 16-Jährige besucht das elfte Schuljahr der Gesamtschule Hünxe und ist eine sehr gute Schülerin. Ein bisschen aufgeregt ist sie an diesem Freitag aber trotzdem.

Foto: Klaus Nikolei

"Die meisten meiner Jahrgangsstufe bekommen ihr Zeugnis am Montag nachgereicht. Im Moment absolvieren wir nämlich alle ein Praktikum und sind während der Vergabe nicht in der Schule. Ich bin neugierig und werde mein Zeugnis schon heute abholen, bevor ich zum Praktikum gehe. Klar, viele meiner Noten sind mir schon bekannt. Manche Lehrer sind aber mit der Korrektur der Klausuren sehr langsam und die ein oder andere Note bleibt bis zum Ende ungewiss. Ich werde also sicherlich ein leichtes Bauchkribbeln haben, wenn mir mein Betreuungslehrer das weiße Blatt in die Hände reicht. Gespannt bin ich auf Mathe. Das ist einfach nicht mein stärkstes Fach. Früh habe ich mich für den sprachlichen Zweig entschieden und Latein gelernt. In diesem Halbjahr kam Spanisch neu dazu. Die elfte Klasse ist das erste Schuljahr, in dem wir Fächer neu dazu- oder abwählen können. Bei mir flogen Chemie und Physik direkt raus. Naturwissenschaften mag ich nicht. Meine Noten in den Fächern Englisch und Erdkunde standen vor der Zeugnisvergabe noch nicht fest. Erdkunde gehört erstmals zu den schriftlichen Fächern, die ich vor Beginn des Schuljahres wählen musste. Das Klausuren-Schreiben ist in diesem Fach noch ungewohnt, denn in der Sekundarstufe I ist Erdkunde ein mündliches Fach. Die Lehrer haben in diesem Halbjahr angefangen, ein wenig Druck zu machen. Die elfte Klasse dient als Vorbereitung auf die Qualifikationsphase zum Abitur. Zwar werden die Noten noch nicht für den Abischnitt gewertet. Doch um ihre mündliche Beteiligung kümmern sich die Schüler zum ersten Mal selbst. Plötzlich auffordern, etwas vorzulesen, kann uns zum Beispiel niemand mehr. Dafür muss man schon darauf achten, aktiv beim Unterricht dabei zu sein. Ich persönlich finde es schwierig, dass viele Zeugnisnoten nur durch eine mündliche Note bestimmt werden. Von manchen Lehrern weiß man einfach, dass sie unfaire Bewertungen geben, obwohl man am Unterricht teilnimmt und sich dafür interessiert. Das trübt dann auch die Begeisterung für das jeweilige Fach. Es ist sehr deprimierend, wenn so ein Lehrer den gesamten Notenschnitt nach unten zieht. Alles in allem macht mir die heutige Zeugnisvergabe keine große Angst. Ich weiß ja schon im Vorfeld, dass das erste Halbjahr eigentlich gut gelaufen ist. Auch wenn sich im Vergleich den Stufen davor einiges geändert hat. Besonders gefiel mir, dass wir zum ersten Mal keinen Klassenunterricht, sondern Unterricht in Kursen mit Schülern der ganzen Stufe hatten. So konnte ich neue Kontakte knüpfen. Ich bin ganz froh, die elfte Klasse nutzen zu können, um neue Fächer schriftlich oder mündlich auszuprobieren, ohne dass sie für die Abiturnote wichtig sind. So habe ich weniger Stress und länger Zeit, mich für ein Studium zu entscheiden. Allerdings bin ich auch schon gespannt darauf, wie sich so eine Zeugnisvergabe in der Qualifikationsphase fürs Abitur anfühlt. Dann werde ich wahrscheinlich doch noch etwas aufgeregter sein."

(RP)