Rewe in Hünxe: "Wir mussten auslosen, wer an Heiligabend 2017 arbeiten darf "

Supermarkt in Hünxe öffnet am 24.12.: "Wir mussten auslosen, wer an Heiligabend arbeiten darf"

Der 24. Dezember fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Dennoch können Geschäfte in NRW öffnen. Dies stößt auch auf Kritik. Wir haben mit einem Supermarktleiter gesprochen, dessen Markt an Heiligabend geöffnet sein wird.

Obwohl Heiligabend dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, dürfen Supermärkte in NRW laut Gesetz am 24.12. von 10 bis 14 Uhr öffnen. Für viele Geschäftstreibende in Nordrhein-Westfalen stellte sich deshalb schon vor Wochen die Frage, ob sie am 24. Dezember ihre Türen öffnen oder ihren Angestellten einen freien Tag bescheren werden.

Paul Maxwill ist Markleiter des Rewe-Marktes in Hünxe im Kreis Wesel. Der Markt wird an Heiligabend öffnen. Maxwill betont im Gespräch mit unserer Redaktion, dass kein Angestellter gezwungen werde, an diesem Tag zu arbeiten: "Alle Mitarbeiter kommen freiwillig." Er habe eine Liste ausgelegt, in die sich jeder eintragen konnte, der an Heiligabend gerne arbeiten möchte. Letztendlich hätten sich mehr Mitarbeiter gemeldet, als am 24.12. überhaupt gebraucht werden. "Wir mussten also auslosen, wer Heiligabend arbeiten darf", sagt Maxwill. Die Mitarbeiter erhalten an diesem Tag einen Zuschlag von 20 Prozent. "Und im Januar bekommen sie noch einen zusätzlichen Urlaubstag", sagt der 26-Jährige.

Empfehlungen von Zentrale ausgesprochen

Der Markt in Hünxe gehört zur Rewe-Gruppe mit Sitz in Dortmund, die knapp 400 Supermärkte in NRW meist von Selbstständigen betreiben lässt. "Bereits im Sommer gab es ein Gespräch mit der Zentrale, ob Märkte an Heiligabend geöffnet werden sollen", sagt Maxwill.

Nach einer Prüfung wurde einem Teil der Märkte empfohlen, am 24.12. zu öffnen. Eine Rolle habe bei der Entscheidung auch gespielt, ob Supermärkte der Konkurrenten offen haben. In Hünxe haben zwei Discounter entschieden, an Heiligabend die Türen geschlossen zu lassen.

Verständnis für Kritik an Öffnung

Für seine Mitarbeiter sei es angenehm, dass die Geschäfte an Heiligabend erst um zehn Uhr öffnen dürfen, sagt Maxwill. "Es können somit also alle länger schlafen als an einem normalen Arbeitstag, wenn wir schon um sechs Uhr öffnen", sagt der Marktleiter. Sein Team treffe sich deshalb vorher noch zu einem gemeinsamen Frühstück. "Das ist für uns auch nochmal etwas Schönes."

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Dennoch kann er die Kritik in der Öffentlichkeit an der Öffnung am 24.12. nachvollziehen. "Es steht jedem zu, Kritik zu äußern", sagt der Marktleiter. "Diejenigen, die die Entscheidung kritisieren, möchten halt lieber Zeit mit ihrer Familien verbringen, anstatt einkaufen zu gehen."

Unklar, ob sich Öffnung lohnen wird

Ob sich der Tag finanziell lohnen wird, muss sich laut Maxwill noch zeigen. "Es kann auch sein, dass am 24.12. Umsatz weggefressen wird, den wir sonst an den anderen sechs Tagen der Woche gemacht hätten", sagt Maxwill. Die Erfahrung aus diesem Jahr werde er auf jeden Fall für das nächste Mal berücksichtigen, wenn Heiligabend auf einen Sonntag fällt. Dies ist im Jahr 2023 der Fall.

Planbarer als die Umsatzzahlen ist aber immerhin die Feierabendzeit. "Um spätestens 14.30 Uhr wird der Markt an Heiligabend abgeschlossen sein", sagt der Betreiber.

(ate)