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Zwei Vollzeitstellen für Schulsozialarbeit in Hückeswagen

Schulen in Hückeswagen : Zwei Vollzeitstellen für Schulsozialarbeit

Die Arbeit von Katja Hüttenschmidt wird künftig von zwei Vollzeitkräften an Erich-Kästner- und Montanusschule unterstützt. Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass der Bedarf an Sozialarbeit deutlich gestiegen ist.

Schule ist nicht nur Unterricht. Schule ist oft auch Sozialarbeit. Und die findet nicht unbedingt im Unterricht statt, sondern nebenher, etwa in Einzelgesprächen oder auch Hausbesuchen. Schulsozialarbeit ist in Zeiten der Corona-Pandemie nicht unwichtiger geworden, eher im Gegenteil. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses deutlich, als Fachbereichsleiter Alexander Stehl aus dem Bereich Bildung und Soziales berichten konnte, dass sowohl die Montanusschule als auch die Erich-Kästner-Schule jeweils eine Vollzeitstelle mit einem Schulsozialarbeiter genehmigt bekommen hätten. Das sei eine sehr gute und mutmachende Nachricht, da Diplom-Sozialpädagogin Katja Hüttenschmidt in nur einer Teilzeitstelle mit 17 Wochenstunden für gleich vier Schulen in Hückeswagen zuständig sei. Corona habe zudem dafür gesorgt, dass der Bedarf an Sozialarbeit gestiegen sei. „Ein Schlagwort ist hier das vermehrte Fernbleiben vom Unterricht in der Corona-Zeit“, sagte Stehl. Aber auch sinkende Leistungsbereitschaft oder zunehmende Resignation über die Situation und die durch die Pandemie auch in den Schulen nötig gewordenen Maßnahmen würden die Schüler belasten – besonders natürlich die förderbedürftigen.

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So hatte Katja Hüttenschmidt schon im Mai berichtet, dass viele Problem nicht zeitnah gelöst werden könnten, da sie keine festen Sprechzeiten habe. Daher sei es eine gute Nachricht, dass nun Unterstützung mit zwei Vollzeitstellen kommen werde, hieß es im Sozialausschuss. Die Arbeit von Katja Hüttenschmidt bleibe nämlich von den neuen Stellen unbelassen. „Es kommen tatsächlich zwei Vollzeitstellen obendrauf, Frau Hüttenschmidt wird weiterhin alle Schulen wie bisher im Blick haben“, sagte Stehl.

Die Kosten für die beiden noch zu besetzenden Stellen würden vom Land getragen, so dass der Stadt hier keine zusätzlichen Kosten entstehen würden. Regine Gembler von der SPD begrüßte die Nachricht. Ihr letzter Wissensstand sei gewesen, dass beide Stellen zusätzlich zum vorhandenen Kollegium quasi on-top eingestellt würden. Und während dies an der Montanusschule tatsächlich so sei, treffe dies auf die Erich-Kästner-Schule nicht zu. „Im Förderschulbereich ist das im Gegensatz zu den Hauptschulen so nicht vorgesehen. Wir haben eine Lehrerstelle in eine Schulsozialarbeiterstelle umgewandelt – was aber zu keinen Beeinträchtigungen im Schulablauf führt“, sagte Schulleiterin Cordula Schneider. Sie sei dennoch sehr froh über die Aussicht auf die künftige Vollzeitstelle. „Schulsozialarbeit ist eine Schnittstelle zwischen der Schülerschaft, den Eltern und dem Kollegium. Durch Sozialraumorientierung und der Vernetzung mit außerschulischen Partnern bietet sie ein vielfältiges Angebot für alle diese Beteiligten“, sagte Cordula Schneider.

Auch Klaus Kruska aus dem Leitungsteam der Montanusschule zeigte sich sehr zufrieden. „Wir können jetzt eine komplette Stelle einplanen, das ist ein echter Glücksgriff für uns“, sagte er. Bereiche der Schulsozialarbeit würden Anti-Mobbing-Training oder Konfliktlösung umfassen. „Es können Problemlage und Belastungssituationen aller Art besprochen werden. Gegebenenfalls kann dann auch an Netzwerkpartner oder andere Stellen vermittelt werden“, sagte Cordula Schneider. Während zwar „alle Ampeln für beide Stellen auf Grün“ stehen würden, wie Stehl im Sozialausschuss betonte, sei die Bewerbungsphase nur in der Montanusschule bereits Anfang September abgeschlossen. „Wir sind auf einem guten Weg, und ich glaube, dass wir jemanden finden werden“, sagte Kruska. Demnächst würden an der Schule an der Weststraße die ersten Vorstellungsgespräche stattfinden.

Anders sehe es da derzeit noch bei der Erich-Kästner-Schule aus. „Wir haben noch keine verbindlichen Angaben der Bezirksregierung zum Start des Bewerbungsverfahrens bekommen“, sagte Cordula Schneider. Sie hoffe aber, dass dies nicht mehr zu lange dauern werde.

SPD-Ratsherr Stefan Mallwitz betonte die Bedeutung der Entscheidung der Landesregierung, diese beiden Stellen zu finanzieren. „Das ist eine gute Nachricht für beide Schulen“, sagte er. Zudem sehe er einen großen Vorteil darin, dass die künftigen Schulsozialarbeiter keine Lehrer sein müssten, sondern auch eine Ausbildung als Sozialarbeiter haben könnten. Das könne für die Arbeit und die Aufgaben von Vorteil sein, sagte der SPD-Politiker. Grundsätzlich sei es zudem auch sehr begrüßenswert, dass das Land Nordrhein-Westfalen in dieser Hinsicht aktiv geworden sei – auch wenn es derzeit insgesamt einen Mangel an Schulsozialarbeitern gebe.