Hückeswagen: Zwei Abschiede vom Bürgerbad

Hückeswagen : Zwei Abschiede vom Bürgerbad

Jürgen Löwy und Horst Lempke haben sich maßgeblich für den Erhalt des Hallenbads eingesetzt, jetzt wurden sie offiziell verabschiedet. Sie wissen das Hückeswagener Bad in guten Händen und stellen positive Zukunftsprognosen.

Ein leidenschaftlicher Schwimmer ist Horst Lempke nicht. "Ich war in den vergangenen zehn Jahren vielleicht zehn Mal schwimmen", gibt er zu. Und dennoch hat er sich persönlich für den Erhalt des Hallenbads engagiert: Der frühere Fußballer des RSV 09 Hückeswagen, der der legendären Landesligamannschaft aus den 70ern angehörte, war seit der Umfirmierung zur Bürgerbad gGmbH vor mehr als zehn Jahren technischer Geschäftsführer. Jetzt wurde er mit Dank und Geschenken von der Geschäftsleitung und Vertretern aus Vereinen, Rat und Verwaltung offiziell verabschiedet.

Ebenso offiziell Adieu sagte Jürgen Löwy, der als ehemaliger Vorsitzender des Stadtsportverbands und Vorsitzender der Gesellschaftsversammlung ebenso dazu beigetragen hat, das Freizeitbad für die Hückeswagener und die Region zu erhalten.

Lempke und Löwy waren Männer der ersten Stunde. Gemeinsam mit anderen Mitstreitern haben sie nach einer Lösung zum Erhalt des Bades gesucht, als die Schließung drohte. "Wir sind nach Aachen gefahren und haben uns dort ein Bürgerbad-Modell angeschaut", erinnern sich beide. Lempke war zuvor von seinem Nachbarn Horst Hellerling, Ehrenvorsitzender der Frühschwimmer, gefragt worden, ob er sich für den Erhalt des Bades engagieren würde. Seine berufliche Karriere - Lehre als Werkzeugmacher, 20 Jahre Erfahrung in der Industrie und 30 Jahre Berufsschullehrer in Wuppertal - passte hervorragend zum Posten des technischen Geschäftsführers. "Ich war zudem gerade pensioniert", erinnerte sich Lempke.

In die Badtechnik musste er sich jedoch zunächst einarbeiten. Seine Aufgabe bestand unter anderem darin, Mängel aufzuzeigen. Zudem übernahm er kleinere Reparaturen selbst, soweit es möglich war. "Ich war am Anfang stundenweise so gut wie jeden Tag hier", berichtet der 76-Jährige. Die Zusammenarbeit im Team habe immer gut funktioniert und das Hallenbad sei Schritt für Schritt verändert und modernisiert worden. Dazu zählen ein neues Heizungssystem, renovierte Umkleideräume und eine neue Beleuchtungstechnik. Lempke versichert: "Das Bürgerbad ist auf einem relativ modernen Stand."

Mittlerweile sei die Arbeit weniger geworden, da mit René Greif seit Oktober 2014 ein weiterer technischer Geschäftsführer hinzugekommen ist. Der endgültige Entschluss, aus dem Team auszuscheiden habe er getroffen, als sein Bruder mit 79 Jahren in der Sauna friedlich eingeschlafen sei und auf dessen Beerdigung ein Lied von Andrea Bocelli über den Abschied gespielt wurde. "Wenn man merkt, dass die Zeit gekommen ist zu gehen, dann muss man auch gehen", betont der Hückeswagener.

Abschied bedeutet aber auch Neuanfang. So will sich der 76-Jährige nun einem neuen Hobby widmen - dem Golfspielen. Einen Gutschein für Trainerstunden überreichen ihm daher Thomas Nebgen und Tanja Bauer im Namen der Bürgerbad-Geschäftsführung. Als Trainer wünschte sich Lempke seinen Mitstreiter Jürgen Löwy. "Er hat mir gezeigt, wie es geht", erklärt er lachend.

Auch Hans-Georg Breidenbach, Vorsitzender des Stadtsportverbands (SSV), sowie Bürgermeister Dietmar Persian loben das ehrenamtliche Engagement von Jürgen Löwy und Horst Lempke. "Ehrenamtler bringen neue Qualität mit ein und sind mit Feuereifer bei der Sache. Da hat unsere Stadt eine Menge von - und nicht zuletzt auch das Bürgerbad", sagt der Bürgermeister.

Lempke wie auch Löwy sind optimistisch, was die Zukunft des Freizeitbades angeht. "Die Besucherzahlen sind seit mehreren Jahren weitgehend konstant, und mit den Angeboten wie Kursen oder Geburtstagsfeiern ist es eine runde Sache", sagt Löwy. Zudem stehe die Stadt als Eigentümer hinter dem Bad.

Lempke erhält für sein mehr als zehnjähriges Engagement ein lebenslanges kostenfreies Benutzungsrecht für alle Einrichtungen des Bürgerbads. Ob er allerdings jetzt öfter ins Becken springt als in den vorigen Jahren oder doch den Golfplatz vorzieht, bleibt abzuwarten.

(heka)
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