Hückeswagen: Zurück in die Gewinnzone

Hückeswagen : Zurück in die Gewinnzone

Die Auftragslage ist gut, Vollbeschäftigung wieder Alltag bei Klingelnberg an der Peterstraße und in Winterhagen. Das war die Kernbotschaft von Chef Jan Klingelnberg am Freitagabend bei der Jubilarfeier.

Bester Laune zeigte sich Firmenchef Jan Klingelberg — und vermittelte das auch den zur Feier ins "Haus Kleineichen" geladenen Jubilaren des Unternehmens. "Es gibt heute wirklich keinen Grund, nicht in guter Laune zu feiern", betonte Klingelnberg zu Beginn seiner Ansprache vor über 30 Mitarbeitern, die 2010 ihre 40- oder 25-jährige Zugehörigkeit zu Hückeswagens größtem Arbeitgeber hatten feiern können.

Rückblickend auf die Krise sagte der Unternehmer: "Es ist viel, viel besser gelaufen, als wir für uns befürchtet hatten." Noch bei der Jubilarfeier vor einem Jahr sei der Ausblick "von nicht sehr großer Zuversicht geprägt" gewesen. Bedingt war das durch Kurzarbeit bei schlechter Auftragslage bis ins Frühjahr 2010 hinein. "Aber danach", zog Klingelnberg nun Bilanz, "ist es sehr schnell deutlich besser geworden, beeinflusst unter anderem durch eine schnelle Erholung auf dem Pkw-Sektor".

Die Erholung war für den heimischen Maschinenbauer von Dauer. Klingelnberg verzeichne seit Monaten starke Auftragseingänge und eine "deutliche Belebung des Geschäfts". Ganz ohne Sorgen ist die Unternehmensleitung aber offenbar nicht ins neue Jahr gestartet. Jan Klingelnberg sprach das im Zusammenhang mit den großen und boomenden Märkten China und Indien an, die wesentlich verantwortlich für die Kapazitätsauslastung der Branche im Allgemeinen und von Klingelnberg im Besonderen sind. Daraus erwachse Abhängigkeit — Klingelnberg: "Wenn China den Husten kriegt, dann liegen wir mindestens mit schwerer Gruppe im Bett." Aber noch hustet China nicht, und Klingelnberg räumte ein: "Wir müssen die Probleme ja nicht suchen, solange wir sie nicht haben."

Immerhin bezeichnend: Das erste Exemplar eines neuen, erstmalig bei Klingelnberg gebauten Typs einer Großkegelradmaschine geht an einen Kunden in China. Insgesamt ist die im heimischen Unternehmen entwickelte Maschine inzwischen fünf Mal verkauft worden — "zu einem ordentlichen Preis", wie der Firmenchef ergänzte. Gute Erfolge erziele das Haus auch mit einer dort entwickelten und gebauten Windkraft-Messmaschine.

In seinem Fazit sagte der Unternehmer am Freitagabend: "Die Unternehmensgruppe ist insgesamt deutlich besser als erwartet durch die Krise gekommen. Wir haben auch 2010 die Verlustzone nicht gesehen und erwarten jetzt für 2011 sogar die Rückkehr in die Gewinnzone."

Investiert wird allerdings nicht vorrangig in der heimischen Region, sondern in Zürich. Dort baut Klingelnberg eine neue Montagehalle. "In Hückeswagen investieren wir in die Abläufe, räumlich sind wir an unserem Standort hier aber am Limit", sagte Jan Klingelnberg. Außerdem arbeitet das Unternehmen am Konzept für eine neue, eigene Lehrwerkstatt.

(RP)
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