Zitterpartie beim Public Viewing

Fußball-WM : Zitterpartie beim Public Viewing

Das Tor von Toni Kroos zum 2:1 gegen Schweden beendete die Zitterparty beim Deutschlandspiel der WM am Samstagabend.

Die rund 60 Fußballfans, die zum gemeinsamen Mitfiebern in die Kreuzkirche an der Montanusschule gekommen waren, lagen sich jubelnd in den Armen. Zu spannend waren die vorherigen 90 Minuten, zu groß die Gefahr vorzeitig aus der Fußballweltmeisterschaft auszuscheiden. "Spannender hätten sie es nicht machen können", sagte Oliver Schmeling erleichtert. Er hatte vor dem Spiel auf einen 2:1-Sieg für Schweden getippt. "Das war mein Bauchgefühl, aber die Deutsche Mannschaft hat den Sieg verdient", korrigierte er seinen Tipp nach dem Spiel.

Bei der ersten Begegnung zwischen Deutschland und Mexiko waren noch doppelt so viele Zuschauer der Einladung der Gemeinde zum Public Viewing gefolgt. Doch aufgrund der vielen Parallelveranstaltungen an diesem Abend waren weniger Gäste gekommen.

Mitgefiebert und gebangt wurde auch im Kultur-Haus Zach - dort aber nicht nur wegen des Spiels. "Wir hatten in der ersten Halbzeit Bildprobleme wegen einer Gewitterwolke", berichtete Detlef Bauer vom Trägerverein. Erst nach der Umstellung von Satellit auf Internet sei das Bild stabil gewesen. In dieser Zeit hatte sich die Zahl der Zuschauer aber schon halbiert. Die übrig gebliebenen 16 Fußballfans konnten dann gemeinsam mit der Deutschen Mannschaft bangen und zittern. "Das Tor der Schweden in der 28. Minute haben wir aber mitbekommen - leider", sagten Elke und Dieter Möhring. Sie hatten sich mit Fußballtrikots und Accessoires in Deutschland-Farben ausgestattet und ihren Optimismus auch in der Phase des Rückstands nicht verloren. "Es muss noch einiges passieren, denn die Schweden stehen gut kompakt und auf Konter", sagte Dieter Möhring. Dass Mesut Özil erstmalig auf der Ersatzbank saß, war für das Ehepaar eine Überraschung, "schadet aber nicht", fügte Elke Möhring hinzu. Die Hoffnung von Dieter Möhring auf einen 2:1 Sieg erfüllte sich dann wortwörtlich in letzter Minute der Nachspielzeit. Die Freude und Erleichterung über das Tor war groß, ist doch die Chance auf das Erreichen des Achtelfinales dadurch schlagartig gestiegen.

Auch das nächste Deutschlandspiel gegen Südkorea wird am Mittwoch, 27. Juni, um 16 Uhr als öffentliche Veranstaltung im Kultur-Haus und in der Kreuzkirche angeboten. Detlef Bauer ist froh, dass die Telefonanlage im Kulturhaus vor etwa einem halben Jahr auf VOIP umgestellt wurde und somit auch der TV-Empfang über Internet möglich ist. "Das hat uns einen guten 1000er gekostet", betonte er. Am Samstag hat sich das jedoch rentiert.

(heka)
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