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Zehn Jahre Bienenzuchtverein Hückeswagen 2010

Bienen in Hückeswagen : Zehn Jahre Summen und Brummen

Der Bienenzuchtverein Hückeswagen wurde vor zehn Jahren gegründet. Einmal im Monat treffen sich die Vereinsmitglieder, um sich über ihre Arbeit auszutauschen. Insgesamt bewirtschaften sie 100 Völker.

Wenn man genau hinhört, kann man es an vielen Orten in der Schloss-Stadt summen und brummen hören. Damit die fleißigen Bienen nicht ganz vergebens den Nektar sammeln, gibt es auch in Hückeswagen zahlreiche Hobby-imker. Diese haben sich in zwei Vereinen zusammengetan, von denen der Bienenzuchtverein Hückeswagen in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiern kann. Gegründet wurde er von Mitgliedern des anderen, älteren Hückeswagener Imkervereins. „Einige Mitglieder hatten sich 2010 eine andere Ausrichtung des Vereinslebens gewünscht. Schwerpunkte sollten der Austausch über das gemeinsame Hobby und die gegenseitige Unterstützung sein – nicht mehr die Betreuung eines eigenen Vereinsbienenstands oder die Standpräsenz auf diversen Märkten und Festen“, sagt Birgit Schmale, die selbst fünf Völker besitzt.


Wie ist der Verein aufgebaut? Aus den zehn Gründungsmitgliedern habe sich der erste Vorstand rekrutiert. „Heute haben wir 18 Mitglieder, die mehr als 100 Bienenvölker bewirtschaften“, sagt Uwe Söhnchen. Mit 25 Völkern habe er die meisten, die wenigsten hat ein Hobbyimker mit derzeit zwei Völkern. „Im Grunde genommen reicht ein Volk für den Hausgebrauch. Damit kann man etwa 15 Kilogramm Honig pro Jahr erwirtschaften“, erläutert Birgit Schmale. Wenn man natürlich auch Honig verkaufen wolle, müsse man entsprechend mehrere Völker bewirtschaften. „Ein Bienenvolk besteht durchschnittlich aus 30.000 bis 60.000 Bienen“, sagt Albrecht Nunn.

Imkerin Birgit Schmale lässt den Honig aus der Schleuder laufen. Foto: Wolfgang Weitzdörfer


Wie sieht die Vereinsarbeit aus? Natürlich stehe die Arbeit mit den kleinen Insekten im Mittelpunkt eines jeden Imkerlebens. „Aber wir treffen uns regelmäßig“, sagt Birgit Schmale und verweist damit auf den Vereinszweck. Von März bis Oktober ist jeden dritten Dienstag im Monat Vereinssitzung, immer um 19.30 Uhr im Hotel Kniep an der Bahnhofstraße. Diese Treffen seien wichtig, weil im Bienenjahr immer wieder neue Fragen auftauchten, die geklärt werden müssten. „Beim Imkern lernt man nicht aus. Ich mache auch nach vier Jahren immer noch Fehler“, sagt Nunn. Wichtige Punkte, die besprochen würden, seien auch neue Wirtschaftsmethoden, die Haltung der Völker, die Varroabehandlung oder auch die Ablegerbildung und Ablegerentwicklung.


Wie wird man zum Imker? Wer sich für die Arbeit mit den Bienen interessiere, könne unverbindlich zu den Vereinstreffen kommen, sagt Söhnchen. Nunn ergänzt: „Wir bieten keine Ausbildung im Verein an. Die muss man aber zwingend machen, denn das Hobby erklärt sich keineswegs von selbst. Wir empfehlen daher, eine einjährige Schulung zu machen.“ Er selbst habe sie bei Dr. Pia Aumeier vom Imkerverein Bechen gemacht. „Ich empfehle diesen Kursus gerne, denn er ist wirklich sehr gut“, sagt Nunn. Derzeit seien drei Gäste bei den Treffen dabei. „Zur Jahreshauptversammlung kann man dann einen Mitgliedsantrag stellen, vielleicht haben wir also bald drei neue Mitglieder“, sagt Birgit Schmale.


Wie groß sind Kosten und Zeitaufwand? Für eine komplette Imkerausrüstung müsse man mit Kosten von etwa 1000 Euro rechnen, sagt Birgit Schmale. „Da ist dann die Schleuder bereits dabei.“ Wenn man das Schleudern bei einem befreundeten Imker machen könne, sei es allerdings wesentlich günstiger. Ein gut entwickelter Ableger eines Bienenvolks, der etwa halb so groß ist wie ein Volk, würde zwischen 100 bis 130 Euro kosten. „Im Winter schlafen die Bienen zwar, aber der Imker muss dann beispielsweise die Rähmchen herrichten und auch sonst einige Arbeiten für das Frühjahr vorbereiten“, sagt Söhnchen. Regelmäßig bei den Bienen nachsehen müsse man dann vor allem im Zeitraum von April bis Mitte Juni. „Denn dann ist Schwarmzeit. Und wenn man das nicht einmal pro Woche überprüft, dann kann es sein, dass das Volk eines Morgens verschwunden ist“, sagt Nunn. Auch müsse man seine Bienen auf einen möglichen Befall mit der Varroamilbe regelmäßig untersuchen. „Man kann ihn nicht verhindern, sondern nur kleinhalten“, sagt Nunn.

Wie funktioniert die Ernte? Natürlich arbeitet der Imker für die Ernte. „Die erste Ernte war im Mai, für die zweite müsste es jetzt im Juli soweit sein“, sagt Söhnchen. Die Rähmchen mit den Waben werden dazu in die Schleuder gestellt, mittels kräftigen Drehens wird der Honig so aus den Waben geschleudert. „Unten läuft er dann durch zwei Siebe in einen großen Eimer und kann abgefüllt werden“, sagt Birgit Schmale. Und dann kann der Kreislauf wieder von vorne losgehen – die Rähmchen werden gesäubert und wieder in die Bienenkästen gestellt. „Dann gehen die Bienen wieder an die Arbeit, bis der Herbst kommt“, sagt Birgit Schmale.