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Wipperfürth: Schmerzklinik feiert ihr fünfjähriges Bestehen

Helios-Klinik in Wipperfürth : Schmerzklinik ist auch ein wenig Lebensbegleiter

Vor fünf Jahren nahm die Schmerzklinik am Wipperfürther Krankenhaus seine Arbeit auf. Mittlerweile ist sie etabliert – zu manchen Patienten haben die Ärzte und Pflegekräfte mittlerweile einen engen Kontakt.

Am Anfang stand die Frage, ob sich das neue Angebot überhaupt lohnen wird. Jetzt, nach fünf Jahren, steht fest: Es lohnt sich und hat sich mittlerweile etabliert. Am 22. Mai 2015 startete die erste Schmerzgruppe in den Räumen der Wipperfürther Helios-Klinik, seitdem hat sich die Abteilung stetig weiterentwickelt.

Vor fünf Jahren eröffnete das Krankenhaus der Nachbarstadt nach Vorbild der 2011 gegründeten Schmerzabteilung der Helios-Klinik Warburg. Das damals bereits bestehende Kernteam aus Ralf Trogemann, leitender Arzt der Abteilung, sowie Maria Viola und Kerstin Wippermann, die von Beginn an die Arbeiten der Fachabteilung auf vielfältige Art und Weise unterstützten, ist bis heute aktiv. „Zu diesem Zeitpunkt gab es zwar schon Schmerzkliniken, die großen Anklang fanden“, berichtet Trogemann. Dennoch sei es für viele Patienten noch unbekannt gewesen, dass sich ein ganzer Fachbereich nur mit der Schmerzversorgung auseinandersetze. „In den ersten Tagen hatten wir wirklich Bedenken, ob überhaupt jemand anruft.“

Mittlerweile steht das Telefon an vielen Tagen kaum still, die Nachfrage der Patienten ist sehr hoch. Trogemann und sein Team behandeln jährlich etwa 1000 Patienten, einen Großteil davon ambulant. Zudem gibt es ein 15-tägiges stationäres Angebot. Das Spektrum ist vielfältig und reicht von der akuten Schmerzversorgung über die multimodale Schmerztherapie bis hin zur High-End-Versorgung mit Neuromodulation, der Implantation von SCS-Elektroden und Neurostimulationsgeneratoren in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Chirurgie.

Im Zuge der 15-tätigen stationären multimodalen Schmerztherapie werden chronische Schmerzen nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen interdisziplinär behandelt. „Dieser ganzheitliche Ansatz wird der Vielschichtigkeit des Krankheitsbilds ,chronischer Schmerz’ gerecht, da neben den medizinischen auch die psychischen und sozialen Bereiche der Betroffenen einbezogen werden“, berichtet Klinik-Sprecherin Janine Schulze. Zudem würden nicht nur konservative Behandlungsmethoden genutzt, auch seien in Wipperfürth Hypnose- und Blutegeltherapien mögliche Behandlungsbestandteile. Neu hinzugekommen ist das Angebot, den stationären Aufenthalt nach Bedarf mit einem Basenfasten zu verbinden, um so ebenfalls mögliche Schmerzlinderungen zu erfahren.

Ein Team aus Ärzten, Psychotherapeuten, pflegerischen Schmerzexperten, Physio- und Ergotherapeuten steht den Patienten zur Seite. Betroffene lernen Bewältigungsansätze kennen und werden in deren langfristiger Anwendung unterstützt. Die Schmerztherapie richtet sich an alle Altersgruppen.

Kerstin Wippermann und Maria Viola berichten von einer ganz besonderen Beziehung, die mitunter zwischen der Klinik und den Patienten entsteht: „Viele Patienten begleiten wir mehrere Jahre in ihrer Behandlung, besonders bei chronischen Schmerzen. Da ist man schon ein Stück weit Lebensbegleiter.“