Wipperfürth: Schienenbus erhält Gesellschaft durch Güterwaggon

Historisch : Schienenbus erhält Gesellschaft durch Güterwaggon

Der Schienenbus am Radweg nahe des Bauhofs in Wipperfürth erinnert an die Geschichte des Flüchtlingslagers in der Hansestadt. Am Donnerstag wird ein Güterwaggon angeliefert, der in der nacht zum 4. November neben den Schienenbus auf die Gleise gestellt werden soll.

Wanderer, Inliner, Jogger und Radfahrer kommen daran vorbei, wenn sie sich über den Radweg in Höhe des gemeinsamen Bauhofs von Wipperfürth und Hückeswagen nahe des Kreisverkehrs an der Egener Straße in der Hansestadt bewegen: Der rote Schienenbus ist unübersehbar. Nun erhält er Gesellschaft, denn die Interessengemeinschaft Bahnlandschaft Wipperfürth bekommt einen alten Güterwaggon. Für kommenden Donnerstagabend ist eine große Lieferung avisiert: „Per Tieflader soll dann ein riesiges Geschenk für die IG, ein Güterwaggon, in der Hansestadt eintreffen“, teilt Sonja Puschmann von der Stadt Wipperfürth mit.

Der Waggon wird zunächst auf dem Bauhof-Gelände zwischengeparkt. Mit einem Kran soll er dann in der Nacht auf Montag, 4. November, zwischen 1 und 5 Uhr, von der B 237 aus auf die stillgelegten Gleise am Radweg gesetzt werden. Dafür muss ein Teilstück der Bundesstraße, die nach Hückeswagen führt, für den Straßenverkehr gesperrt werden. Bei Bedarf wird kurzzeitig durch Streckenposten über die Lenneper Straße umgeleitet, deren kurzes Einbahnstraßenteilstück vorübergehend in beide Richtungen befahrbar sein wird. Zusammen mit dem bereits vorhandenen Schienenbus soll der Güterwaggon an die frühere Bahnlinie der Wippertalbahn zwischen Bergisch Born und Marienheide und an das Durchgangslager in Wipperfürth in den Jahren 1946 bis 1960 erinnern. Denn am Güterbahnhof der Nachbarstadt befand sich in den Nachkriegsjahren das Hauptdurchgangslager des Landes NRW für Ostflüchtlinge. Mit der beginnenden Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Ostgebieten des ehemaligen deutschen Reiches wurde es zu einem Brennpunkt des Flüchtlingsstromes.

„In direkter Nachbarschaft zum roten Schienenbus wird auch der Güterwaggon zukünftig optisch dazu beitragen, diese Hintergründe zu vermitteln“, erläutert Sonja Puschmann.

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(büba)