1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Wipperfürth: Fasten gegen den Schmerz

Helios-Klinik Wipperfürth : Fasten gegen den Schmerz

Die Helios-Klinik in Wipperfürth erweitert ihr Angebot für Patienten: Neben der klassischen Ernährungsberatung bietet sie künftig auch Beratung und Unterstützung beim Thema Fasten. Rosemarie Wagner ist die Fachfrau.

Als Silvia Rehse einen Fernsehbeitrag über den Zusammenhang zwischen chronischen Schmerzen und der Fastenernährung sah, war ihr Interesse geweckt. „Mit meinen langjährigen Schmerzen habe ich mich schon oft mit möglichen Einflussfaktoren beschäftigt, Ernährung zählt natürlich auch dazu. Aber die Umsetzung alleine fiel mir bisher immer sehr schwer“, sagt die 54-Jährige. Sie kontaktierte Ralf Trogemann, Leitender Arzt der Abteilung für Schmerztherapie der Helios-Klinik in Wipperfürth, bei dem sie schon einmal in Behandlung war. Er konnte sie mit einer positiven Rückmeldung erfreuen: „Unsere Mitarbeiterin Rosemarie Wagner absolvierte in diesem Jahr ihre Weiterbildung zur zertifizierten Fastenleiterin. Dadurch ist Frau Wagner, die bisher schon als Ernährungsberaterin für die Patienten im Einsatz ist, künftig auch in diesem Bereich als kompetente Unterstützung vor Ort“, erklärt er.

Silvia Rehse ist in Wipperfürth nun schon mehrere Wochen zur stationären Schmerztherapie und macht neben den bisher üblichen Anwendungen für Schmerzpatienten auch ein zusätzliches Basenfasten. „Die meisten denken, ich würde nun nichts mehr zu essen bekommen. Dem ist aber nicht so“, sagt sie und lacht. Rosemarie Wagner erläutert die Details des Basenfastens: „Obst und Gemüse sind gesund, das weiß jedes Kind. Und auch, dass dies jeden Tag auf den Tisch gehört. Doch in der Realität sieht die Ernährung der meisten Menschen oft anders aus“, sagt sie. Das Basenfasten nach Wacker enthalte rein pflanzliche Kost. Obst, Gemüse, Sprossen aber auch teils Nüsse gehören zum täglichen Mahl und können bei Bedarf durch weitere Lebensmittel ergänzt werden, beispielweise durch Hafer. „Zudem unterstützen Basentee, Basenpulver sowie Fußbäder und Leberwickel die Entschlackung des Körpers“, erläutert die Fastenleiterin. Neben der angepassten Nahrungsaufnahme sei es wichtig, viel zu trinken. Letztendlich soll das Basenfasten zu einer bewussteren und gesünderen dauerhaften Ernährung führen.

Silvia Rehse erhofft sich mit dieser Form des Fastens, ihren Körper zusätzlich zu unterstützen, um ihre chronischen Schmerzen zu verringern. „Ich habe keine Probleme, satt zu werden. Vielmehr setze ich mich nun damit auseinander, was ich überhaupt zu mir nehme“, berichtet sie. Sie esse mit mehr Genuss, kaue langsam und nehme die Nahrung mit allen Sinnen wahr. Gerade die ersten Tage seien natürlich nicht immer ganz leicht. „Aber je länger ich das Fasten nun umsetze, desto besser fühle ich mich.

Auch für alle Naschkatzen ist diese Form der Ernährung umsetzbar. Silvia Rehse outet sich gerne als große Kuchen- und Keksliebhaberin: „Ich muss nicht auf meine geliebten Süßspeisen verzichten, ich passe diese nur meiner Ernährung an. So habe ich beispielsweise einen Kuchen aus natürlichen Zutaten wie Äpfeln, Nüssen und Hafer hergestellt, der ganz hervorragend zur Vorweihnachtszeit passte“, erzählt sie.

„Natürlich ist es allen Patienten selbst überlassen, wie sie die Tipps von mir umsetzen. Es ist die eigene freie Entscheidung, wie sie das Fasten letztendlich gestalten“, betont Rosemarie Wagner. Sie begleitet Silvia Rehse während ihres Aufenthalts durch tägliche Gespräche und ist während ihrer Dienstzeit jederzeit für die Schmerzpatientin zu erreichen. Und auch nach ihrem Aufenthalt kann die Patienten weiterhin auf den Kontakt zurückgreifen.

„Ich finde es besonders toll, wie sehr mir in der Klinik bei der Umsetzung des Fastens geholfen wird“, schwärmt Silvia Rehse. „Nicht nur Frau Wagner als Beraterin hilft mir, auch die Küche des Hauses ist sehr entgegenkommend und unterstützt mich bei meiner neuen Ernährungsform. „Das erleichtere die Umstellung enorm.