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Wipperfürth: CoLibri ist jetzt Genossenschaft

Buchhandel in Wipperfürth : CoLibri ist jetzt Genossenschaft

Der Wipperfürther Buchladen wird seit dem 1. Januar in neuer Rechtsform betrieben. Der Corona-Pandemie ist es geschuldet, dass dies nicht mit einem großen Eröffnungsfest gefeiert wurde.

Es klingt beinahe märchenhaft – zumindest ist alles aber mehr als nur reibungslos gelaufen. Die Rede ist von der Wipperfürther Buchhandlung CoLibri. Die stand im Frühjahr des Vorjahres nämlich vor dem Ende – ehe sie dann durch den Einsatz vieler Bürger, auch aus Hückeswagen, gerettet und zur Genossenschaft umgewandelt wurde. „Renate Hochstein, die langjährige Inhaberin der Buchhandlung, wurde 70 Jahre alt und wollte einen Nachfolger finden. Ohne Erfolg“, sagt Sibylle Kölsche-Drecker vom Vorstand der Genossenschaft. Das CoLibri steht in diesem Moment vor dem Aus.

Doch der Aufschrei unter den Wipperfürther ist groß. „Natürlich kann man Bücher auch online kaufen. Aber die großen Vorteile des stationären Handels sind die Beratung und die Atmosphäre“, sagt Vorstandsmitglied Joachim Guhra. Das habe man ebenso erhalten wollen, wie man habe verhindern wollen, dass ein weiteres Geschäft in der Wipperfürther Innenstadt aufgeben müsse. „Wir haben gemerkt, dass die Resonanz auf die Idee, eine Genossenschaft zu gründen, sehr groß war. Also haben wir uns informiert, wie das praktisch aussehen könne“, sagt Guhra.

Eine Genossenschaft zu gründen sei keine einfache Aufgabe, sagt Guhra. „Wir konnten aus den Erfahrungen des Dorfladens in Thier profitieren“, sagt Guhra. Zudem sei der Aufsichtsrat mit vielen verschiedenen Talenten besetzt. „Es gibt Mitglieder, die sich mit Steuer auskennen, andere mit Computersystemen und wieder andere mit Buchhaltung“, sagt Sibyyle Kölsche-Drecker. Drei Monate nach der Gründungsveranstaltung habe man die neue Genosenschaft eintragen lassen. „Für die nicht unerheblichen Gründungskosten haben wir eine großzügige Spende der Volksbank Berg bekommen“, sagt der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Norbert Drecker.

Das Konzept der Genossenschaft sei sehr gut angekommen. Von 80 Genossen, die nötig gewesen seien, um das Grundkapital für die Weiterführung des Ladens aufzubringen, hätte jeder 300 Euro als Geschäftseinlage bezahlen müssen. „So viele hatten anfangs auch Interesse gezeigt. Wir haben aber jetzt mehr als 250 Genossen“, sagt Guhra. So wolle man das Projekt auch als Vorbild für andere Städte sehen.

Innerhalb eines knappen Jahres sei die neue Genossenschaft von der ersten Idee zur Ladeneröffnung gereift. „Seit dem 1. Januar gibt es nur noch die CoLibri eG“, sagt Drecker. Der Corona-Pandemie sei geschuldet, dass dies nicht mit einem großen Eröffnungsfest gefeiert worden sei. „Wir wollen uns jetzt bekannter machen – und auch den Online-Auftritt ausbauen“, betont Drecker.

www.buchhandlung-colibri.de