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Hückeswagen: Wiehagener Familien-Duell hat am Ende keinen Verlierer

Hückeswagen : Wiehagener Familien-Duell hat am Ende keinen Verlierer

Vater Jorge Friscia saß am Sonntag, im Argentinien-Trikot, im Kolpinghaus. Tochter Mariel und Schwiegersohn Zeljko - ebenfalls im blau-weißen Jersey der Südamerikaner, jedoch mit Deutschland-Hut auf dem Kopf - in der Kattwinkelschen Fabrik in Wermelskirchen.

Wie angekündigt, verfolgte die deutsch-argentinische Familie aus Wiehagen das Finale der Fußball-WM getrennt voneinander (die BM berichtete). Über den Ausgang des Spiels ist Jorge Friscia als gebürtiger Argentinier nur bedingt enttäuscht. "Ich muss nicht traurig sein, es war doch ein schönes Spiel", sagt der 56-Jährige. Das 1:0 hatte er zwar vorausgesagt, jedoch nicht unbedingt für die deutsche Nationalelf.

"Es war ein schönes Endspiel mit vielen gute Aktionen auf beiden Seiten", meint auch Zeljko Friscia. Es war zu erwarten gewesen, dass die deutsche Mannschaft mehr in Ballbesitz war. Sein Schwiegervater traute sich das Spiel allein unter Deutschen "in die Höhle des Löwen" anzusehen, wie es sein Schwiegersohn lachend bezeichnet. "Die Leute haben geklatscht, als ich im argentinischen Trikot 'rein kam", beschreibt der Argentinier die gute Stimmung im Kolpinghaus.

Dort sah er jedoch nur die reguläre Spielzeit. "Es war sehr voll, und ich konnte schlecht sehen, weil ich ganz hinten saß", erzählt der 56-Jährige. Das Tor in der Verlängerung hätte er beinah im Taxi verpasst. "Ich war gerade zu Hause, als das Tor fiel", berichtet er. Danach war ihm klar, dass die Mannschaft gewinnen wird, die in der Verlängerungszeit das erste Tor macht. "Ich bin auch so zufrieden", sagt der Hückeswagener, der schon 38 Jahre in Deutschland lebt und sich ebenso für die hiesige Mannschaft freuen kann.

Für Tochter und Schwiegersohn beschränkte sich die anschließende Siegesfeier auf die Heimfahrt von Wermelskirchen nach Hückeswagen. Für das berufstätige Ehepaar war die Nacht sowieso schon kurz aufgrund der späten Entscheidung. Den Familienfrieden erschüttert solch eine sportliche Begegnung zwischen Deutschland und Argentinien nicht. Und in vier Jahren steht vielleicht das nächste spannende (Familien-)Duell an.

(heka)