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Wieder „Weihnachten im Schuhkarton“ in Hückeswagen

„Weihnachten im Schuhkarton“ in Hückeswagen : Wieder Geschenke gesucht für Kinder in Not

Bereits im zehnten Jahr organisieren Silke Wolff (52) und ihr Sohn Robin (18) für Hückeswagen die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Ihr Heim in Wiehagen ist eine Sammelstelle. Die Pakete gehen an Kinder, denen es nicht so gut geht.

Als Grundschüler hatte Robin Wolff angefangen, und in den neun Jahren seither hat der junge Wiehagener die Lust nicht verloren, Kindern – vor allem aus dem Südosten Europas – zu helfen: „Das Tolle daran ist, dass ihnen ein glücklicher Moment beschert wird“, sagt der Student mit Blick auf den Augenblick, wenn sie ihre Weihnachtspäckchen erhalten. „Den Kindern wird das Signal gegeben, dass es da Menschen gibt, die an sie denken.“

Die ersten Jahre Seit 2012 haben auch viele Hückeswagener dafür gesorgt, dass vor allem Kinder in Osteuropa eine besondere Weihnachtsbotschaft erhielten: „Du bist nicht vergessen. Es gibt Menschen, die denken an Dich und möchten, dass es Dir gut geht“, lautet die Botschaft der Organisation Samaritan’s Purse, die die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ auf den Weg gebracht hat. 81 gefüllte Kartons waren bei der Premiere in der Schloss-Stadt zusammengekommen. Im vorigen Jahr holte die Spedition in Wiehagen 285 Päckchen ab. 2017 mit 433 und 2018 mit 344 Päckchen blieben somit die Ausnahmejahre, bedingt durch Großaktionen einzelner Unternehmen.

  • Heike Uhlemann (Sammelpunkt Dhünn/l.) und die
    Aktion auch in Wermelskirchen : „Weihnachten im Schuhkarton“ startet
  • Donjeta Gashi aus Millingen sammelt und
    Hilfsaktion in Rheinberg :  Jedes Kind zählt: Weihnachten im Schuhkarton
  • Trotz des Erfolges bodenständig geblieben: Robin
    Nationalspieler finanziert Aktion im Bürgerbad Elten : Mit Robin Gosens Schwimmen lernen

Der Ursprung Robin und Silke Wolff sind erneut im karitativen Einsatz: Von heute, Samstag, an bis zum 15. November nehmen sie die Päckchen für Kinder an, denen es nicht so gut geht. Wie viel für deren Inhalt ausgegeben wird, ist jedem Spender selbst überlassen. Der Initiative des 18-Jährigen, der im Sommer sein Abitur am Wipperfürther St.-Angela-Gymnasiums machte und inzwischen informatik in Wuppertal studiert, ist es zu verdanken, dass die Wiehagener Kleinfamilie in diesem Jahr zum zehnten Mal die Pakete annimmt. 2011 hatte sie ihr Paket zu spät gepackt und war es nicht mehr losgeworden. Robin, damals acht Jahre alt, wollte jedoch wissen, wo es Annahmestellen gibt und ob jeder eine solche führen kann. Das war im Jahr darauf die Initialzündung, selbst eine solche Anlaufstelle anzubieten.

Die Annahme- und Sammelstellen Seit 2015 sind die Wolffs in der „Hierarchie“ aufgestiegen und betreuen statt einer Annahme- eine Sammelstelle in Hückeswagen. Damit hätten (nicht nur) die Hückeswagener eine ortsnahe, nicht schulgebundene Anlaufstelle für die Aktion, erläutert die Chemikerin. Die Päckchen müssten auch nicht einen weiteren „Umpack-Vorgang“ durchlaufen, sondern könnten direkt verpackt und per Lkw versandt werden. Weitere Annahmestellen sind das Schuhhaus Albus am Etapler Platz, das Sana Klinikum Radevormwald, die Bäckerei Fahlenbock in Wipperfürth-Wipperfeld und erstmals das Schuhhaus Nicolay in Halver.

Die Unterstützer Mutter und Sohn kontaktieren dieser Tage die langjährig Kindergärten St. Katharina Wiehagen und den Am Kamp, die sie immer wieder unterstützt haben. Zudem werden sie erneut beim Martinsmarkt, dem verkaufsoffenen Sonntag am 7. November von 13 bis 18 Uhr, ihr Anliegen präsentieren. An ihrem Stand informieren sie zu der Aktion, den sogenannten Boxes-to-go, die Ideenhefte und halten auch eine Liste mit den erlaubten und verbotenen Gegenständen für die Schuhkartons bereit. Auch nehmen sie an diesem Nachmittag Päckchen an. Der Tennisclub Blau-Rot stellt überdies wieder sein Vereinsheim zur Verfügung, wo die Kartons auf die richtige Befüllung überprüft und für den Versand zur Zentrale in Berlin vorbereitet werden.

Der Inhalt der Päckchen Wer einen Schuhkarton – am besten wäre eine Größe von etwa 30 Mal 20 Mal 10 Zentimeter – samt Inhalt spenden möchte, kann dort im Grunde genommen hineinpacken, was er möchte. Allerdings gibt es Ausnahmen, die unbedingt zu beachten sind.

Das ist erwünscht Kleidung und Accessoires wie Mütze, Schal, Handschuhe, Socken, Pullover, Selbstgestricktes und/oder -gehäkeltes, Bastelarbeiten, Sonnenbrille und Haarspange; Spielzeug wie Autos, Springseil, Puzzle, Jojo und Knete; Hygieneartikel wie Zahnbürste und Zahnpasta, Handcreme, Waschlappen und Handtuch, Kamm oder Haarbürste und (auslaufsicher verpacktes) Duschgel; Süßigkeiten, die ein Mindesthaltbarkeitsdatum bis März 2022 haben, wie Gummibärchen, Vollmilchschokolade, Traubenzucker und Lollies; Schulmaterialien wie Buntstifte mit Spitzer oder Federtasche, Blöcke (DIN A 5), Malbücher, Solartaschenrechner, Malkasten und Pinsel; „Wow“-Geschenke wie Puppe oder Kuscheltier, Fußball mit Pumpe, Tischtennisschläger und -bälle, Musikinstrument, Schuhe. Schön wären auch persönliche Grüße und ein Foto des Schenkenden.

Das geht gar nicht Nicht erlaubt sind gebrauchte Gegenstände / Kleidung, Zerbrechliches, Lebensmittel, Süßigkeiten mit Nüssen sowie Lebkuchen, Popcorn, Müsliriegel etc., Literatur, Flüssigkeiten (zum Beispiel für Seifenblasen), gefährliche oder Angst auslösende Dinge wie etwa Kriegsspielzeug und Spielzeugpistolen. „Ungeeignete Gegenstände werden aussortiert“, heißt es im Flyer der Aktion. „Aufgrund der Zollbestimmungen in den unterschiedlichen Empfängerländern und aus Respekt vor der Glaubwürdigkeit der verteilenden Kirchengemeinden sind diese Dinge nicht gestattet.“ Denn sollte beim Zoll auch nur ein Päckchen den Einfuhrbestimmungen nicht entsprechen, bleibt die gesamte Ladung stehen. Um diese dann frei zu bekommen, müsste der Verein viel Geld zahlen. Daher behält er sich das Recht vor, die Kartons eingehend zu kontrollieren. Werden dabei zollrechtlich unzulässige Gegenstände entdeckt, werden sie entnommen und an wohltätige Zwecke in Deutschland geleitet.

Die Zielgruppe „Auch dieses Jahr würden wir gerne dazu aufrufen, besonders die Kindergruppen zu bedenken, die im Rahmen der Gesamtaktion häufig etwas vernachlässigt werden“, appelliert Robin Wolff und meint damit die Jungen und Mädchen der Altersgruppe von zehn bis 14 Jahren. In den vergangenen Jahren hätten sich schon viele Päckchenpacker an dieser Idee beteiligt. „Damit konnten wir dem allgemeinen Trend, besonders die Kleineren und besonders die Mädchen zu beschenken, etwas entgegenwirken.“

Die AHA-Regeln Auch bei der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ müssen die Corona-Schutzmaßnahmen, wie im Vorjahr, eingehalten werden. Das heißt: Bei der Abgabe von Päckchen müssen alle Beteiligten einen Mundschutz tragen und einen Sicherheitsabstand von 1,50 Meter einhalten. „Wir ermöglichen auch gerne eine kontaktfrei Übergabe“, versichert Robin Wolff.