1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Wieder Tanzunterricht an der Hückeswagener Musikschule

Nicole Helder ist neue Tanzlehrerin an der Musikschule Hückeswagen : Wieder Tanzunterricht an Musikschule

Mit Nicole Helder hat die Hückeswagener Musikschule eine neue Tanzlehrerin für die Tänzerische Früherziehung und die Ballettgruppen gefunden.

Die Zuschauer sind immer wieder entzückt, wenn die jungen Ballett-Tänzerinnen der Hückeswagener Musikschule (MSH) in ihren rosa Tüllröcken auf der Bühne auftreten und ihre Pirouetten drehen. Diese Auftritte konnten aufgrund der Corona-Pandemie zuletzt nicht mehr stattfinden – seit November ruhte der Tanzunterricht an der Musikschule nach dem angekündigten Weggang von Tanzlehrerin Sindy Steinmeier sogar komplett. Doch jetzt verkündete Musikschulleiter Eckhard Richelshagen eine gute Nachricht: „Nicole Helder aus Wermelskirchen wird die Ballettklassen in der Schloss-Stadt ab Januar unterrichten. Wir freuen uns, dass wir eine erfahrene und kompetente Tanzpädagogin für unsere Musikschule gewinnen konnten“, sagt Richelshagen.

Die erste Unterrichtsstunde gab es am vergangenen Donnerstag im oberen Saal des Kultur-Hauses Zach an der Islandstraße, in dem auch die Musikschule untergebracht ist. „Erst einmal müssen die Kinder mich kennenlernen, ich bin ja eine Fremde“, sagt Nicole Helder mit Vorfreude auf die neue Aufgabe. Ganz so unbekannt ist die 44-Jährige dann aber doch wiederum nicht, leitet sie doch seit 2006 die Ballettschule Modern Movement (MoMo) in Wermelskirchen.

  • Autorin Elena Eggert flüstert Tänzer Rashaen
    Ballett-Projekt „Leichter getan(zt) als gesagt“ : Stille Post für Tänzer
  • Selbst die kleinsten Hückeswagener treten schon
    Weiter auf Platz eins vor „Erzrivalen“ Wipperfürth : Hückeswagen bleibt Spitze beim „Stadtradeln“
  • Sie freuen sich über den Start
    Endlich surfen : Schneller, stabiler – WiFi Hückeswagen

An der Musikschule wird die ausgebildete Tänzerin vier Gruppen mit derzeit 37 Kindern in Tänzerischer Früherziehung, klassischem Ballett und Modernem Tanz (Contemporary) unterrichten. Idealerweise beginnt der Einstieg ins Tanzen ab einem Alter von vier Jahren. „Jedes Kind tanzt gerne, und Ballett ist die Basis für ganz Vieles“, versichert Nicole Helder. Zudem ließe sich durch die Bewegung Emotionen wie Freude sehr gut zum Ausdruck bringen. Ihre Hauptaufgabe liege darin, den Kindern etwas beizubringen, ohne dabei ihre Kreativität einzuschränken. „Die Offenheit und Neugier, die die Kinder mitbringen, sollen aufrechterhalten und vorsichtig in Bahnen gelenkt werden“, sagt Musikschulleiter Eckhard Richelshagen und zieht damit einen Vergleich zum pädagogischen Konzept der Instrumentalausbildung.

Ballett bietet viele gesundheitliche Vorteile, insbesondere für das Körperbewusstsein, die Balance, Stärkung der Muskeln und eine aufrechte Haltung. Durch den Unterricht werden Rhythmik und Musikalität entwickelt und durch Bewegung zum Ausdruck gebracht. Dass in Deutschland wesentlich mehr Mädchen als Jungen zum Ballettunterricht gehen, erklärt sich Nicole Helder durch eine Art Stigmatisierung: „In Deutschland ist Ballett anders behaftet und nicht so ein angesehener Beruf wie beispielsweise in Holland, Großbritannien oder Russland.“

Die gebürtige Holländerin hat selbst im Alter von vier Jahren mit dem Ballett begonnen, mit elf Jahren setzte sie ihre Ausbildung zur Bühnentänzerin am Königlichen Konservatorium in Den Haag und an der Ballettakademy Brabant in Tilburg fort. Ihr Diplom für Bühnentanz erwarb sie an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz. Durch ein Workshop-Programm, das in holländischen Schulen angeboten wird, kam sie erstmals mit dem Unterrichten von Schülern in Berührung.

Heute ist Nicole Helder, die in Wermelskirchen lebt und arbeitet, Tanzlehrerin aus Leidenschaft. Bei der Suche nach einer Lehrkraft für die Ballettgruppen, für die die Musikschule viele Kanäle aktivieren musste, sei sie mit Eckhard Richelshagen ins Gespräch gekommen. Dass die Ballettschüler in Hückeswagen an einem Donnerstag trainieren, kam der 44-Jährigen entgegen. „Der Donnerstag ist eigentlich mein Bürotag, aber es ist viel schöner im Saal zu stehen“, verrät die Ballettschul-Inhaberin und lacht. Nach dem ersten Beschnuppern möchte sie die Kinder zunächst einmal frei tanzen lassen, um zu sehen, wo sie mit ihrer Arbeit ansetzen kann.

Wann die jungen Tänzer das Erlernte wieder auf einer Bühne vor Publikum präsentieren können, ist noch nicht absehbar. „Es ist derzeit schwer etwas zu planen, aber wir sind verhalten optimistisch, dass es in diesem Jahr noch eine Aufführung geben wird“, berichtet Richelshagen und schaut damit doch recht positiv in die Zukunft.