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Wertstoffhof zu - Hückeswagener wissen nicht, wohin mit Grünschnitt

Hückeswagen in der Corona-Krise : Ärger über Wertstoffhof-Schließung – wohin mit Grünschnitt?

Der Wertstoffhof des BAV, An der Schlossfabrik, ist seit mehr als vier Wochen wegen der Corona-Krise geschlossen. Das ärgert inzwischen viele Hückeswagener Gartenbesitzer.

Fast zeitgleich mit dem Coronavirus hat der Frühling Einzug gehalten. Und weil wegen der Lungenkrankheit das öffentliche Leben seit mehr als vier Wochen beinahe still steht, zeigen sich nun die weniger schönen Begleiterscheinungen der Jahreszeit. Wissen doch viele Gartenbesitzer nicht, wohin mit dem ganzen Grünschnitt von Wiesen, Sträuchern und Bäumen, die gerade anfallen. Normalerweise würde jetzt viele zum Wertstoffhof des Bergischen Abfallwirtschaftsverbands (BAV), An der Schlossfabrik, fahren, um ihre Gartenabfälle dort kostenfrei zu entsorgen. Nur hat der seit Mitte März geschlossen – und das ärgert viele Hückeswagener nun.

Wie Liane Will. Zusammen mit ihre Mann hatte sie jüngst im Vorgarten einen Problembaum fällen müssen. „Das ergab zwangsläufig viel Astwerk, das nun irgendwohin muss“, berichtet sie am Bürgermonitor unserer Redaktion. Alle Wertstoffhöfe seien zurzeit geschlossen, und auch das Entsorgen über die sonst üblichen Osterfeuer war nicht möglich, weil diese wegen des Kontaktverbots nicht zugelassen worden waren. Wohin also mit den Resten des Problembaums?, fragt die Hückeswagenerin. Liane Will fordert eine Lösung, bevor der Grünschnitt in die Wälder gekippt werde.

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Doch das ist längst geschehen – Ernst-Oskar Lambeck musste diese Erfahrung bereits machen. Der Landwirt aus Straßweg entdeckt in seinen Wäldern immer wieder illegal entsorgten Grünschnitt, aktuell hat jemand etliche Buchsbäume auf diesem Weg weggeworfen. Immerhin wurden nicht auch noch die dazugehörigen Töpfe mitentsorgt.

Auch Edgar Schmitz möchte seinen Grünschnitt legal entsorgen. Daher sagt der Hückeswagener: „Ich habe kein Verständnis dafür, dass der Wertstoffhof Hückeswagen schließt.“ Der Empfangsservice sitze im Glaskasten, so dass immer zwei Meter Abstand gehalten werden könnten. Und für die übrigen Angestellten gebe es keinen Anlass, sich den Bringern auf weniger als zwei Meter zu nähern. Im Zweifel könnten diese verpflichtet werden, Mundschutz zu tragen. Schmitz verweist auf Wermelskirchen, „das sich inzwischen für eine Notlösung entschieden hat“.

Eine städtische Fläche zum Abladen und Zwischenlagern von Grünschnitt wird die hiesige Stadtverwaltung jedoch nicht anbieten, wie Bürgermeister Dietmar Persian versichert. „Bei allem Verständnis ist der Grünschnitt momentan nicht das Wichtigste“, betont er. Zumal diejenigen, die Ast- und Strauchwerk hätten, in der Regel über einen Garten verfügten. Daher sollten sie das vorerst dort so lange lagern, bis es eine Lösung gibt.

Zumindest gibt es eine Notlösung: Wer nun nicht mehr weiß, wohin mit dem ganzen Material, kann beim BAV anrufen. Entweder bei der üblichen Hotline unter ☏ 0800 8058050 oder unter ☏ 02263 805535. „Die Kollegen versuchen dann, eine Lösung zu finden“, verspricht Annette Göddertz, Leiterin Kommunikation beim BAV. Sie erläutert aber auch, warum der Wertstoffhof in Abstimmung mit den Krisenstäben des Oberbergischen und Rheinisch-Bergischen Kreises geschlossen wurde: „Wir haben separate Versorgungsteams gebildet.“ Sie sind auf den Wertstoffhöfen nun die Rerve für die Fahrer der Müllfahrzeuge, sollten die sich mit dem Virus infizieren und ausfallen.