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Wermelskirchen: Erste Tauschbörse für Kleidung

Tauschen statt kaufen in Hückeswagen : Erste Tauschbörse für Kleidung

Klamotten shoppen ohne Geld – der Kleidertausch macht es möglich.

Klamotten shoppen ohne Geld – der Kleidertausch macht es möglich. Am Sonntagnachmittag bot die Kolpingsfamilie erstmalig diese trendige Idee im Saal des Kolpinghauses an. Die Tauschwilligen, die trotz der sommerlichen Hitze gekommen waren, brachte nicht nur gut erhaltene Kleidung mit, sondern fanden auch Neues für den eigenen Kleiderschrank. „Ich finde das eine super Idee“, sagte Elisabeth Mundhenk, die ihr Geld lieber für gute Bücher und Reisen spart, als es für teure Markenkleidung auszugeben. Die Hückeswagenerin brachte drei Kleidungsstücke mit und ging mit zwei anderen zufrieden nach Hause.
Die Idee zum Kleidertausch hatte Kolpingsmitglied Hannah Breidenbach. „Ich habe das schon einmal privat mit meiner Freundin im Garten gemacht. In den Großstädten ist der Kleidertausch mittlerweile gang und gäbe“, berichtete sie. Das vierköpfige Kleidertausch-Team - bestehend aus Silvia Breidbach, Maria Dirschka, Bettina und Hannah Breidenbach - war bestens vorbereitet. Die Frauen hatten an eine separate Kleiderannahme, Kleiderständer, Körbe und Bügel bis zur Umkleidekabine samt Ganzkörperspiegel gedacht. Abgegeben werden konnten bis zu zehn Kleidungsstücke, aber auch Schuhe, Taschen und Accessoires.
„Letztendlich geht es um Nachhaltigkeit und darum, Kleidung nicht als Wegwerfartikel anzusehen“, sagte Bettina Breidenbach. Passend zum Thema fand eine Woche vorher ein Vortrag zum Thema „Saubere Kleidung“ statt, wo es unter anderem um die katastrophalen Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten ging. „Der Abend war sehr interessant. Jeder kann etwas dagegen tun. Wichtig ist, dass es in den Köpfen der Menschen ankommt“, zog Bettina Breidenbach ein Fazit. Maria Dirschka äußerte sich überzeugt, dass sich das Umweltbewusstsein bereits positiv verändert habe. „Dazu haben auch die Friday-for-Future-Demos der Schüler beigetragen“, ist sie sicher.
Der erste Termin zum Kleidertausch war ein Versuchsballon, um Erfahrung zu sammeln. Auch wenn der große Ansturm aufgrund des Wetters ausblieb, so kann sich die Kolpingsfamilie diese Idee als regelmäßiges Angebot gut vorstellen. „Frühling und Hebst bieten sich dazu an, wenn der Kleiderschrank umgekrempelt wird“, sagte Maria Dirschka. Zum zweiten Kleidertausch dürften dann auch mehr Männer den Mut zum Kleidertausch aufbringen, wünschten sich die Organisatoren.
Alle nicht getauschten Kleidungsstücke werden nicht eingelagert, sondern gehen an die Kleiderkammer, den Second-Hand-Shop der katholischen Pfarrgemeinde.