Hückeswagen: Wenig Kriminalität, hohe Aufklärungsquote

Hückeswagen: Wenig Kriminalität, hohe Aufklärungsquote

Die Hückeswagener können ruhig schlafen – wie auch ihre Nachbarn im Kreis. Nach der gestern veröffentlichten Kriminalitäts-Statistik der Polizei für 2009 ist der Oberbergische Kreis die Region mit der zweitniedrigsten Kriminalitätsrate in ganz Nordrhein-Westfalen.

Die Hückeswagener können ruhig schlafen — wie auch ihre Nachbarn im Kreis. Nach der gestern veröffentlichten Kriminalitäts-Statistik der Polizei für 2009 ist der Oberbergische Kreis die Region mit der zweitniedrigsten Kriminalitätsrate in ganz Nordrhein-Westfalen.

Und überdies die, in der die Polizei die zweitbeste Leistungsbilanz landesweit präsentieren kann: Die Aufklärungsquote lag 2009 bei über 61 Prozent und damit deutlich über dem NRW-Durchschnitt (51 Prozent).

"Das ist ein noch nie da gewesenes Ergebnis", sagte Kriminaloberrat Lutz Becker, selbst Hückeswagener, gestern bei Präsentation der Statistik in Gummersbach. In dasselbe Horn stieß Landrat Hagen Jobi, per Amt zugleich Chef der Kreispolizeibehörde: "Sicherheit bedeutet Lebensqualität, und unser Landkreis ist sicher."

Die konkreten Zahlen: Exakt 13 216 Straftaten wurden im vorigen Jahr kreisweit statistisch erfasst, 269 oder zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Aufgeklärt wurden 8113. Hochgerechnet auf 100 000 Einwohner wurden 4639 Straftaten bekannt. Die Steigerung gegenüber 2008 ergibt sich im Wesentlichen aus einer Serie von über 650 Fällen von Warenbetrug, begangen von einem einzigen Täter in Marienheide. Er wurde gefasst. Der Zugang bei den Fallzahlen ist also kein Indiz dafür, dass das Leben im Oberbergischen 2009 gefährlicher war als im Jahr zuvor.

  • Hückeswagen

Für Hückeswagen sieht die Statistik noch etwas günstiger aus als für das gesamte Kreisgebiet: 611 Straftaten wurden im Vorjahr polizeilich erfasst (auf 100 000 Einwohner hoch gerechnet ergibt sich ein Wert von 3809). 774 waren es im Jahr zuvor gewesen. Das entspricht einem Rückgang der Delikte um 20,5 Prozent. Besser steht mit einem Rückgang um 22,3 Prozent nur Morsbach im Süden des Kreises da.

Vor allem ist Hückeswagen, anders als 2008, nicht mehr die "Hauptstadt der Schläger" im Oberbergischen. Die Zahl der Körperverletzungs-Delikte ging von 110 auf 86 zurück. Dafür stieg dieZahl der Wohnungseinbrüche von neun auf 19 an. Immerhin: Jeder zweite Fall wurde aufgeklärt.

Beruhigend für die Menschen in Hückeswagen wie im gesamten Oberbergischen Kreis: Der Anteil der Gewalttaten — dazu gehören Kapitalverbrechen wie Mord und Totschlag, Vergewaltigung und schwere Körperverletzung — lag im vorigen Jahr bei knapp unter vier Prozent der Gesamtkriminalität. In diesem Deliktbereich war die Aufklärungsquote mit fast 80 Prozent besonders hoch.

Bei allen positiven Entwicklungen gibt es eine Gruppe, die unverändert Sorgen bereitet: Junge Kriminelle (bis 21 Jahre). Ihre Zahl steigt. Laut Landrat Hagen Jobi waren 2009 über 29 Prozent aller überführten Straftäter Jugendliche und Heranwachsende. Ihr Anteil an der oberbergischen Gesamtbevölkerung liegt aber nur bei 23 Prozent.

(RP)