Hückeswagen: Weltrekord auf ganzer Strecke

Hückeswagen : Weltrekord auf ganzer Strecke

Zum 100-jährigen Bestehen des Musikvereins Dohrgaul organisierten die Musiker einen Sponsorenlauf und brachen mit ihrem Musik-Marsch-Marathon den Weltrekord. Ihr Weg über den Radweg führte durch Hückeswagen.

Es ist geschafft: Der Musikverein Dohrgaul unter der Leitung des Hückeswagener Dirigenten Lothar Vandenherz hat den Weltrekord einer englischen Kapelle im Musik-Marsch-Marathon gebrochen. Damit haben sich die Musiker einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde gesichert.

Am frühen Sonntagnachmittag und nach einem Gewaltmarsch von 42,195 Kilometern, den die Mitglieder in sieben Stunden, 22 Minuten und 55 Sekunden musizierend zurücklegten, traf die Gruppe auf dem Wipperfürther Marktplatz ein. Dort wurde sie von Hunderten Besuchern, die während des Wartens mit einem Rahmenprogramm unterhalten wurden, begeistert in Empfang genommen.

Sechs Stunden bis Hückeswagen

Durch Hückeswagen zog der Tross auf seinem langen Weg gegen 13 Uhr und wendete am Bergischen Kreisel. Da hatte der Musikverein bereits sechs Marsch-Stunden hinter sich. Die komplette Strecke mit dabei, allerdings ohne sich musikalisch zu verausgaben, waren der Hückeswagener CDU-Landtagskandidat Peter Biesenbach und seine Frau Silvia Liebig-Preuten, die als Unparteiische den Weltrekordversuch begleiteten. Biesenbach stoppte alle Zeiten und bezeugte am Ende seine Hochachtung vor dieser Leistung: "Die Pausen waren immer kürzer als sie durften und alle Lieder länger als sie sein mussten", sagte Biesenbach.

Von Pausen konnte man nicht wirklich sprechen, denn sie waren auf maximal drei Minuten beschränkt. Auch zwischen den Liedern gab es lediglich 30 Sekunden Zeit zum Notenwechsel. "Innerhalb von zwei Stunden darf sich kein Lied wiederholen", sagten Susanne und Toni Blechmann, die ihren musizierenden Sohn Michel kräftig anfeuerten. Auf den letzten 15 Kilometern stieß zudem Bürgermeister Uwe Ufer hinzu. "Es hat viel Spaß gemacht", sagte der in Schweiß gebadete Mitwanderer, als er sich das erste Bier am Ziel sichtlich schmecken ließ.

Von den 66 in Ohl gestarteten Musikern kamen 51 ins Ziel. Abgebrochen hatten überwiegend die jüngeren Mitglieder, wie etwa Linda Kemper. "Ich hatte Probleme mit der Luft", sagte die 19-jährige Klarinettistin. Peter Bremisch lief mit seinem Tenor-Horn die gesamte Strecke. "Nach den ersten 20 Kilometern habe ich jede halbe Stunde ans Aufhören gedacht", sagte der 46-Jährige, der sich dann doch immer wieder selbst motivierte und erschöpft aber glücklich das Ziel erreichte. "Für die vielen Leute hier hat es sich gelohnt", sagte er mit Blick auf den überfüllten Marktplatz in Wipperfürth.

Für den guten Zweck

Und nicht nur dafür hat es sich gelohnt: Der Musikverein sammelte mit dieser Aktion Geld für ein im Wachkoma liegendes, ehemaliges Mitglied und darüber hinaus für die Deutsche Kinderkrebshilfe und die Aktion "Herzensträume".

(RP/rl)