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Weltreisende aus Hückeswagen auf Tour

BM-Tagebuch : Alleine auf Surf- und Roadtrip

Die elftägige „Auszeit“ nutzte Sina Schubert vor allem zum Surfen. Dabei lernte sie mit Julia eine andere Europareisende aus ihrer bergischen Heimat kennen.

Während Carsten sich also auf dem Pilgerweg befand, entschied ich mich dazu, einen kleinen Surftrip durch Galizien zu machen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, aus Portugal heraus zu fahren sei eine gute Idee. Recht planlos, denn das Ganze war doch spontan, fuhr ich also in Porto los. Ein Freund hatte mir den schönen Surferort Valdoviño genannt, und so steuerte ich diesen zunächst einmal an. Nach sieben Stunden Fahrt erreichte ich abends mein erstes Ziel.

Valdoviño liegt zirka 100 Kilometer nördlich von Santiago de Compostela. Hier verbrachte ich die ersten Tage. Das schlechte Wetter und der teilweise anhaltende Regen hielten mich nicht davon ab, ins Wasser zu gehen um zu surfen. Alleine im Bus waren die nassen Sachen auch gar nicht so eine große Herausforderung.

Im Regen entschied ich mich nach drei Nächten dazu, einen weiteren Surfspot anzusteuern. Am Praia de Doniños angekommen, änderte sich auch endlich wieder das Wetter. Delfine begrüßten mich beim ersten Gang am Strand, und ich verbrachte hier fünf Nächte mit bestem Wetter und super Surfbedingungen. Ich befand mich an einem wunderschönen Küstenabschnitt. Am Wochenende verabredete ich mich mit Julia, die ebenfalls aus dem Bergischen Land kommt und mit ihrem Bus auf Europatour ist. Sie hatte mich über Instagram kontaktiert, da sie dort unsere Reise verfolgt. Wir kannten uns vorher nicht persönlich, aber manchmal treffen sich Menschen, und man hat das Gefühl, dass man sich schon mal begegnet ist. So war es mit Julia und mir. Ein perfekter Abschluss meines Roadtrips ohne Carsten.

 Mit Julia, einer Camperin aus dem Bergischen, hatte sich Sina Schubert an einem Küstenabschnitt verabredet.
Mit Julia, einer Camperin aus dem Bergischen, hatte sich Sina Schubert an einem Küstenabschnitt verabredet. Foto: Sina Schubert
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Am Anfang unserer Reise hatte ich oft nachts im Dunkeln Angst und empfand eine gewisse Unsicherheit hier und da. Die Wahrnehmung unsere Umgebung hat sich in den vergangenen neun Monaten verändert. Der Bus ist unser Zuhause, was natürlich auch ein Gefühl der Sicherheit erzeugt. Dazu kommen die positiven Erfahrungen, dass die meisten Menschen von Natur aus gut sind. Carsten und ich bevorzugen einsame Plätze. Dies habe ich vermieden, und so stand ich einfach auf einem netten Strandparkplatz mit manch Gleichgesinnten.

Einsam war ich nicht. Die Zeit hat mir erneut gezeigt, wie glücklich ich mit mir selber sein kann. Ich habe viel gelacht und sogar eine Einladung von einer netten Surfschule zum Abendessen abgelehnt, weil ich gedanklich schon meinen eigenen Abend geplant hatte. Es tut gut, auch mal auf sich alleine gestellt zu sein. Nach neun Monaten hatte ich endlich auch die Gelegenheit, Carstens tägliche Routinen und Aufgaben im Bus kennenzulernen und durfte das Schmutzwasser entsorgen.

Unsere Wege kamen nach elf Tagen wieder zusammen. In Santiago haben wir die wunderschöne Altstadt besichtigt, bevor es wieder in unser gemeinsames Zuhause auf Rädern ging. Und eins haben wir beide schnell bemerkt: Ein wenig Abstand und etwas Zeit für sich und seine Gedanken hat uns beiden sehr gutgetan.