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„Weihnachten neu erzählt“ im Kultur-Haus Zach

Lesung : „Weihnachten neu erzählt“ im Kultur-Haus Zach

Oliver Buchta las aus 25 Kurzgeschichten vor und kritisiert darin, dass Weihnachten im Elektronikwahn erstickt. „Wo bleibt da die Besinnlichkeit?, fragt er.

Für die aufmerksam und durchaus berührt lauschenden Zuhörer im Lesesaal des Kultur-Hauses Zach war die Botschaft der 25 Kurzgeschichten aus Oliver Buchtas Sammelwerk „Weihnachten neu erzählt“ deutlich zu verstehen: „Weihnachten erstickt heutzutage im Elektronikwahn. Selbst die Weihnachtsgeschichten werden den Kindern von Digitalboxen vorgedudelt. Wo bleibt denn da die weihnachtliche Besinnlichkeit und das Gefühl menschlicher Nähe?“, brachte der Herausgeber im Bergischen Verlag, Oliver Buchta, seine persönliche Meinung klar zum Ausdruck.

An vorweihnachtlicher Gemütlichkeit, gepaart mit überspitzten Heiterkeiten, aber immer wieder auch beklemmender Ernsthaftigkeit, mangelte es am ersten Adventssonntag bei der Autorenlesung ganz sicher nicht. Märchenerzählerin und Autorin Martina Hörle las persönlich ihre im Buch erschienene Weihnachtsgeschichte „Der kleine Stern“ vor. Buchta erinnerte mit Karl-Otto Mühls Erzählung aus der deutschen Nachkriegszeit daran, dass die damals verfolgten jüdischen Mitmenschen und Kriegsgefangenen die Weihnachtszeit mit anderen Werten bedacht hatten.

„Diese Lesung zum 1. Advent hat mich sehr berührt. Und es war wirklich spannend“, empfand auch Besucherin Ursula Kremer. Sie überlegte: „Damals nach dem Krieg haben wir Weihnachten komplett anders erlebt. Es gab doch nichts.“

Oliver Buchta, Literaturwissenschaftler und Herausgeber des Kurzgeschichtenwerkes „Weihnachten neu erzählt“, fängt diesen Gedanken in seiner eigenen veröffentlichten Erzählung auf. Die Geschichte „Sieh mal ganz genau hin“ bringt ein verwöhntes Kind dazu, die wahren Weihnachtswerte für sich zu entdecken. „Schließlich leben wir heute in einer Zeit, in der die Geschenkerwartungen oberhalb der Weihnachtsbaumspitze liegen. Wir vergessen, dass nicht alle Geschenke käuflich zu erwerben sind“, sagte Buchta.

Besucher und Veranstalter genossen den besinnlichen Adventsnachmittag. „Wir wollten mit der Lesung ein bisschen die vielen Anstrengungen rund um die Weihnachtszeit reflektieren, und das ist uns auch gut gelungen“, sagte Karla Stawicki von der Bergischen Buchhandlung, die mit dem Kultur-Haus zur zweistündigen vorweihnachtlichen Lesung bei Kaffee und Kuchen eingeladen hatte.

Die 25 Kurzgeschichten (die letzte Geschichte ist für die Bescherung) des Sammelwerkes „Weihnachten neu erzählt“ liegt in der Bergischen Buchhandlung für zwölf Euro zum Verkauf bereit.