Vortrag in Hückeswagen: So können Flüchtlinge als Fachkräfte integriert werden

Vortragsabend in Hückeswagen : So können Flüchtlinge als Fachkräfte integriert werden

Das FachKraftWerk Oberberg hatte für dienstagabend zu einer Informationsveranstaltung für Unternehmer ins Kultur-Haus Zach eingeladen. Dabei ging es darum,. wie Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

Fachkräftemangel ist in Industrie und Handwerk neben teils schleppend verlaufender Digitalisierung das Problem der Stunde. Durch die Integration zugewanderter Menschen und gegebenenfalls ihre Ausbildung zur Fachkraft könnte dem jedoch begegnet werden. Viele Betriebe scheuen sich momentan noch davor, meistens wegen bürokratischer Hürden. Eine Veranstaltung der Organisation FachKraftWerk Oberberg im Kultur-Haus Zach wollte am Dienstagabend dahingehend Abhilfe schaffen. Daniel Porsch vom Kommunalen Integrationszentrum des Oberbergischen Kreises war nach Hückeswagen gekommen, um vor etwa 40 Interessierten verschiedene damit zusammenhängende Themen anzusprechen.

Eingangs konnten die Anwesenden per Smartphone bei einer kleinen Umfrage rund um das Thema Mitarbeiter mit Migrationshintergrund im eigenen Betrieb teilnehmen. Dabei wurde deutlich, dass vor allem die rechtlichen Grundlagen und die Sprachkenntnisse der ausländischen Bewerber problematisch sind. Das beziehe sich auch vor allem auf junge Menschen, die ein Ausbildungsverhältnis eingingen. „Unternehmen wollen Planungssicherheit. Aber der Gesetzgeber sieht das auch bei Duldung oder Aufenthaltsgestattung vor“, erläuterte Porsch. So sei garantiert, dass ein Geflüchteter mit dem Status der Duldung mindestens solange in Deutschland bleiben darf, bis er mit der Ausbildung fertig ist.

Wichtig sei auch, im Betrieb eine Willkommenskultur zu etablieren, die übrige Belegschaft einzubinden sowie Chancen und Herausforderungen anzusprechen. „Offene Kommunikation ist ganz wichtig“, sagte Porsch. Auch die Installation eines Mentoren-Systems könne hilfreich sein. Was die Deutschkenntnisse angehe, so sei das B1-Niveau nötig, um eine Ausbildung zu absolvieren oder auch als bereits ausgebildete Kraft zu arbeiten. „Viele Problematiken entstehen zudem nicht im Betrieb, sondern in der Berufsschule. Auch sollte man sich darüber klar sein, dass Alltagssprache immer einfacher als Bildungssprache ist“, sagte der Experte des Oberbergischen Kreises.

Insgesamt könnten ausländische Fachkräfte jedoch für jeden Betrieb aus verschiedenen Gründen eine Bereicherung sein, sagte Porsch weiter. „Das Offensichtliche ist der Fachkräftemangel. Aber auch Mehrsprachigkeit im Betrieb kann weiterhelfen. Die Beschäftigung von Geflüchteten kann auch als Innovationsfaktor gelten sowie der Aufwertung der Corporate Social Responsibility (Unternehmerische Sozialverantwortung; Anm. d. Red.) des Betriebs dienen“, unterstrich Porsch.

(wow)
Mehr von RP ONLINE