Hückeswagen: Vorsperre: Brücke eingestürzt

Hückeswagen : Vorsperre: Brücke eingestürzt

Die Holzbrücke an der Wupper-Vorsperre ist am Dienstagabend eingestürzt und liegt nun fast komplett im Wasser. Zu Schaden kam niemand. Eigentlich sollte sie in der kommenden Woche abgerissen werden.

Irmhild Schindler und ihr Mann joggen drei Mal in der Woche, jeweils gegen 7 Uhr, um die Vorsperre. Wie gestern Morgen. "Mein Mann hat auf einmal gestutzt und gemeint: ,Guck mal, die Brücke ist weg!", erzählte Irmhild Schindler, als sie vier Stunden später das spektakuläre Bild der im Wasser liegenden Brücke mit dem Fotoapparat festhielt. Sie ist nicht die einzige, die das eingestürzte Bauwerk an diesem Tag fotografiert. Dass jemand am Abend zuvor auf der maroden und daher seit November 2006 gesperrten Brücke verbotenerweise herum geturnt ist, glaubt sie nicht. "Wenn doch, dann ist er's selber Schuld."

Gegen 22 Uhr muss das Bauwerk in sich zusammengestürzt sein. Fabien Kiel will zu diesem Zeitpunkt jedenfalls einen Knall gehört haben. "Außerdem hat unser Haus leicht gewackelt", berichtete der 14-Jährige, der mit seiner Familie nur wenige Meter entfernt von der Vorsperre wohnt. Der Wupperverband, Eigentümer der Vorsperre und der Brücke, wurde gestern Morgen um 6 Uhr von der Polizei über den Vorfall informiert. Das teilte gestern dessen Sprecherin Inka Zehfuß mit.

Bereits gestern Mittag sahen sich der Statiker der Holzbrücke, Mitarbeiter des Wupperverbands und der Firma, die die neue Brücke herstellt, am Ort des Geschehens um. Dabei fanden sie offenbar schnell den Grund für den Einsturz: "Die Brücke ist genau an der Stelle gebrochen, die schon voriges Jahr im Gutachten als Schwachstelle heraus gehoben wurde", teilte Inka Zehfuß mit. Gemeint ist der Punkt, an der der Gehweg an den Bogenbindern aufgehangen ist.

  • Hückeswagen : Neue Brücke für die Wupper-Vorsperre
  • Hückeswagen : Holzbrücke über die Vorsperre bleibt gesperrt
  • Rückblende Hückeswagen Vor 10 Jahren : Ernst-Müller-Brücke an Vorsperre stürzt ein

Schon seit einigen Monaten hatte der Wupperverband beobachtet, dass sich die hölzerne Konstruktion über der Vorsperre immer wieder ein wenig gesenkt hatte. Möglicherweise war das Gewicht der Brücke nun doch zu groß für das beschädigte Holz, so dass sie am Dienstagabend in sich zusammenfiel. "Dennoch haben wir nicht damit gerechnet, dass sie nachgibt", gestand die Sprecherin im Gespräch mit der BM ein. Zwar ist nicht bekannt, ob sich vor dem Einsturz jemand auf der Brücke befunden hatte, Fremdverschulden schließen Inka Zehfuß und die Polizei, die von einem Anwohner alarmiert worden war, jedoch aus.

Mit dem Bergen des Brückenwracks aus dem Wasser soll bereits heute begonnen worden. "Durch den Einsturz ist die Demontage leichter geworden", betonte die Sprecherin. So können die Teile nun einfach abmontiert werden. Im hängenden Zustand wäre zunächst erst der Gehweg abgebaut worden, "dann hätten wir uns an die Bogen heran getraut". Auch ist nicht mehr so ein großer Kran von Nöten wie ursprünglich geplant.

(RP)
Mehr von RP ONLINE