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Schulen in Hückeswagen: Vorbereitet auf begrenzten Schul-Neustart

Schulen in Hückeswagen : Vorbereitet auf begrenzten Schul-Neustart

An Real-, Haupt, Erich-Kästner-Schule sowie Berufskolleg bereiten Schulleitungen Wiederbeginn des Unterrichts am 23. April vor. Wenn dann die Abschlussschüler kommen, sollen alle Hygienestandards eingerichtet sein.

Die Voraussetzungen zum Neustart an den weiterführenden Schulen in der Schloss-Stadt sind gut: Die Schulleitungen und die Stadt als Schulträger haben schon wichtige Maßnahmen umgesetzt. Doch weil konkrete Vorgaben aus dem Schulministerium und von der Bezirksregierung fehlen, sind noch einige Anweisungen schwammig.


Welche Vorbereitungen hat die Stadtverwaltung getroffen? „Wir haben die Grundreinigung vorgezogen“, berichtet Dieter Klewinghaus, Leiter des Regionalen Gebäudemanagements. Normalerweise steht die in den Sommerferien in allen städtischen Schulen an. Wo vor den Osterferien Kinder in der Notbetreuung unterrichtet wurden, wurden täglich sämtliche Oberflächen wie Tische, Stühle und Türklinken gereinigt und desinfiziert. Dafür wurden die Reinigungsarbeiten an den anderen Standorten wie auch in den städtischen Sporthallen, da dort derzeit kein Trainings- und Wettkampfbetrieb stattfindet, heruntergefahren. „Das muss nun teilweise wieder hochgefahren werden“, bestätigt Klewinghaus. Reinigungs- und Desinfektionsmittel stünden in ausreichender Zahl bereit. Allerdings sei noch nicht klar, wie viel Desinfektionsmittel für den Unterricht benötigt würden, da noch nicht feststeht, wie viele Schüler tatsächlich ab nächster Woche zum Unterricht erscheinen werden. Alle Toiletten seien funktionstüchtig, auch gebe es genügend Papierhandtuch-Spender. Die ersetzten inzwischen an anderen Stellen die Stoffrollen-Automaten.


Wie sieht’s an der Realschule aus? „Wir hätten theoretisch schon am Montag öffnen können“, versichert der kommissarische Schulleiter Thorsten Schmalt. In Absprache mit der Stadtverwaltung sind inzwischen Bodenbeschriftungen für den Sicherheitsabstand und ein Spritzschutz für den Eingangsbereich bestellt worden. Die 62 Abschlussschüler der Klasse 10 werden in Deutsch, Mathematik und Englisch auf ihre Prüfungen vom 12. bis 19. Mai vorbereitet, wobei sie so auf die Klassenräume verteilt werden, dass jeder einen Tisch für sich zur Verfügung und mindestens zwei Meter Sicherheitsabstand zum Mitschüler hat. Auch die Hygienesicherheit auf den Toiletten der Realschule ist laut Schmalt gewährleistet. „Wir haben schon schulinterne Hygienepläne seit der Schweinegrippe von 2009/2010“, berichtet er.


Wie sind die Pläne an der Montanusschule? 36 Hauptschüler gehen demnächst in die Prüfungen. Wie viele davon ab dem 23. April im Unterricht sitzen werden, weiß Karlheinz Rennau noch nicht, da sie nicht verpflichtend zur Prüfungsvorbereitung kommen müssen (s. Info-Kasten). „Die Klassenlehrerinnen werden den Bedarf am Freitag abfragen“, sagt er. Auch ist noch unklar, wer die Jungen und Mädchen betreuen wird, „da nicht alle Lehrer, die Mathematik, Deutsch und Englisch unterrichten, außerhalb der Risikogruppen sind“. Überlegt wird an der Montanusschule über unterschiedliche Pausenzeiten, damit den Schülern genügend Platz auf dem Schulhof zur Verfügung stehen und sie die Abstandsregeln einhalten können. Abgestimmt mit der OVAG und dem Schulträger wird die Beförderung in den Schulbussen. „Wir könnten einen versetzten Unterrichtsbeginn in Erwägung ziehen“, sagt Rennau. So könnte der Schulweg entzerrt werden.

Was macht das Berufskolleg? Die Grundreinigung der Privatschule bergischer Unternehmer ist erledigt, die Hygienepläne sind mit den Reinigungskräften abgestimmt, bestätigt Geschäftsführerin Gabriele Döbler. Ab Donnerstag werden im ehemaligen Marienhospital die sechs Abiturienten der FOS 13 in Mathemathik, Deutsch, Englisch sowie einem berufsbezogenen Fach – BWL oder Maschinenbautechnik – unterrichtet, „bis dahin geht auch für sie der Online-Fernunterricht weiter“. Am Montag, 27. April stoßen an zwei Tagen in der Woche die sechs Fachabiturienten hinzu, die restlichen 89 Schüler steigen frühestens am 4. Mai wieder in den Unterricht ein.


Wie geht es an der Förderschule weiter? Zehn Schüler werden an der Erich-Kästner-Schule (EKS) ihren Abschluss machen, dazu fünf an der Radevormwalder Armin-Maiwald-Schule, die die Förderschule Nordkreis bilden. Aktuell wird festgelegt, welche Klassenräume für den entzerrten Unterricht genutzt werden. Bei den Seifenspendern und Papierhandtüchern sei die EKS gut aufgestellt, versichert Schulleiterin Cordula Schneider. Vor allem freut es sie, dass der Schulträger die Grundreinigung vorgezogen hat.


Klappt die Schülerbeförderung? Annette Binder vom Schulamt der Stadt ist mit der Oberbergischen Verkehrsgesellschaft (OVAG) im Gespräch. Zurzeit muss geklärt werden, wie viele Jugendliche zum Unterricht kommen und befördert werden müssen. Zwei weitere Hindernisse sind die wegen der Fahrbahnsanierung gesperrte L 69 bei Bockhacken sowie die angekündigte Baustelle in Kormannshausen in Kürze. Bei der Maximalanzahl an Schülern sollte der Schulbusverkehr aber machbar sein, versichert Annette Binder.