Hückeswagen: Volle Auftragsbücher bei Klingelnberg

Hückeswagen : Volle Auftragsbücher bei Klingelnberg

Bei Hückeswagens größtem Arbeitgeber läuft's rund. Der Hersteller von Zahn- und Kegelradmaschinen geht von einem guten Geschäftsjahr aus, das Ende März endet. Zudem sieht die Geschäftsführung den nächsten Jahren optimistisch entgegen.

Die schwierigen Jahre 2003/04, nach der Weltwirtschaftskrise 2008/09 und 2013, als vielen Mitarbeitern gekündigt wurde, sind vorerst vorbei. Im Gegenteil: Bei Klingelnberg brummt's. Das bestätigte Christoph Küster, Geschäftsführer für Finanzen und Personal, in einem Pressegespräch vor der traditionellen Jubilarfeier am Freitagabend. "Es läuft sehr gut. Wir haben eine gute Auftragslage", bestätigte er. Das bedeutete auch, dass die Klingelnberg-Gruppe im vorigen Jahr 50 neue Mitarbeiter einstellte, 30 davon an den beiden Standorten in Hückeswagen - Peterstraße und Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg. Insgesamt beschäftigt die Gruppe weltweit 1300 Arbeitnehmer, davon 1000 in Deutschland und 750 in der Schloss-Stadt.

Allerdings müssen auch die Verantwortlichen von Klingelnberg feststellen, dass es zunehmend schwieriger wird, gute ausgebildete Fachkräfte zu bekommen. "Die laufen einem nicht mehr zu, man muss schon etwas tun", betonte Personalleiter Dennis Weiche. Und Küster bestätigte: "Offene Stellen bleiben jetzt schonmal was länger unbesetzt." Dennoch würden sie alle besetzt werden können: "Wir sind schließlich ein attraktiver Arbeitegeber, gerade hier in der Region." Denn ohne Klingelnberg würde sich die Welt nicht drehen, sagte er mit Verweis auf die Produkte die überall eingesetzt werden - etwa in SUVs, Hubschraubern, Flugzeugen, Ölbohrplattformen, Schiffen oder Windrädern.

Nicht zuletzt wegen des Fachkräftemangels auf dem Arbeitsmarkt bildet Klingelnberg weiterhin aus. Insgesamt werden 70 junge Männer und Frauen im Unternehmen auf die berufliche Zukunft vorbereitet, etwa 60 davon in Hückeswagen. Mit dem Remscheider Berufsbildungszentrum für die gewerblichen Azubis habe man einen sehr guten Partner gewonnen, und auch die Kooperation mit dem Berufskolleg Hückeswagen für die kaufmännischen Azubis sei sehr gut.

Foto: Stephan Büllesbach

Damit das Unternehmen auch weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber bleibt, ist es mittlerweile mit einem professionellen Auftritt auf der Internet-Plattform Xing vertreten, auf der hauptsächlich berufliche Kontakte geknüpft werden. Zudem steht eine Überarbeitung der eigenen Internetseite an, die laut Küster moderner und umfangreicher werden soll.

Bei der Jubilarfeier vor einem Jahr hatte Firmenchef Jan Klingelnberg angedeutet, dass für das Unternehmen im kommenden Geschäftsjahr mit einem Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Bereich zu rechnen sei. "Das wird auch so kommen", bestätigte Küster am Freitag. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt, weshalb die Geschäftsführung für die Zukunft zuversichtlich ist. Da das aktuelle Geschäftsjahr aber erst Ende März abgeschlossen sein wird, sei es für eine Prognose noch zu früh.

Dahinein spielt auch die Entwicklung neuer Produkte (s. Info-Kasten). So wurde erstmalig zusammen mit dem Werk in Ettlingen bei Karlsruhe, der ehemaligen Firma Höfler, eine Maschine konzipiert - die Stirnrad-Wälzschleifmaschinen Speed Viper in einem ansprechenden Industriedesign. Mit der Übernahme des Kerngeschäfts der Höfler Maschinenbau GmbH 2012 hatte Klingelnberg seine Produktpalette um die Zahnradbearbeitungsmaschinen für Stirnräder erweitert.

Für das noch laufende Geschäftsjahr hat das Unternehmen sechs Millionen Euro in die Modernisierung von Produktionshallen an der Peterstraße und vier moderne Maschinenzentren investiert.

(büba)
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