1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagen: Viermal adieu an Realschule

Hückeswagen : Viermal adieu an Realschule

Vier Lehrer wurden Freitag an der Realschule verabschiedet, zwei davon in den Ruhestand. Zum neuen Schuljahr 2012/13 gibt's vier neue. Damit ist die Realschule zu 99 Prozent versorgt, sagt Schulleiterin Christiane Klur.

Vielleicht lohnt sich eine Anfrage beim "Guinness-Buch der Rekorde". Denn was Christiane Störte geleistet hat, ist durchaus rekordverdächtig: Von ihren 60 Lebensjahren hat die Lehrerin für Deutsch und Sport 44 an der Realschule verbracht — zunächst als Schülerin, dann als Studentin, als Referendarin und als Lehrerin. "Als Frau Störte anfing, hier zu arbeiten, musste ich noch ein Jahr auf meine Einschulung warten", sagte gestern Christiane Klur bei der kleinen Abschiedsfeier für Christiane Störte und drei weitere Kollegen.

Zweiter Posten bleibt unbesetzt

Mit der Zeugnisausgabe war gestern auch das Ende für Rodolfo Schönfeldt, Claudia Lengen-Mertel und Thomas Wientzek an der Schule an der Kölner Straße gekommen. Schönfeldt, Lehrer für Mathematik, Physik, Informatik und Technik, geht 59-jährig in Pension. Wientzek unterrichtet demnächst Sozialwissenschaften und Geschichte in Köln. Und die zweite Konrektorin Claudia Lengen-Mertel wechselt als erste Konrektorin an die Realschule Engelskirchen. Die Schulleitung bilden dann nur noch Christiane Klur und Thorsten Schmalt; eine Neubesetzung des Postens wird es mit Blick auf die zurückgehenden Schülerzahlen nicht geben.

Bevor das Lehrerkollegium seine Kollegen mit einem gemeinsamen Lied und einem Gedicht von Gerald Wasserfuhr verabschiedete, gab es noch viele lobende Worte von Christiane Klur für das Quartett. Zu Christiane Störte sagte sie: "Wir werden Ihre Bodenständigkeit, Ihren Humor, gekoppelt mit einer klaren und manchmal auch rustikalen Sprache, die Dinge auf den Punkt bringen konnte, Ihre unglaubliche Hilfs- und Einsatzbereitschaft, Ihr Organisationstalent und das Vorleben von traditionellen Werten vermissen."

Über Rodolfo Schönfeldt sagte sie, er sei jungenhaft geblieben. "Allerdings gepaart mit einem herzlichen Pädagogentum, das die Schüler in ihrer Menschlichkeit annimmt, ohne sie in Watte zu packen." Mit dem 59-Jährigen verliere die Realschule einen bodenständigen und menschlichen Lehrer, der über viel technischen Sachverstand verfüge.

Eine neue Herausforderung hat Claudia Lengen-Mertel in Engelskirchen gefunden. Auch sie hinterlasse eine Lücke im Kollegium, versicherte die Schulleiterin. Sie sei mit ihrer Strukturiertheit und einer guten Vorstellung von Schulentwicklung eine Bereicherung für die Schule gewesen.

Hoffen auf ein "Revival"

Traurig war Christiane Klur zudem über den Weggang von Thomas Wientzek, der ein Jahr ausgeholfen hatte. "Wir konnten ihm keine Stelle anbieten und müssen ihn zunächst einmal ziehen lassen", sagte sie. Sie zeigte sich aber hoffnungsvoll, dass sich die Wege der Realschule und die von Wientzek noch einmal kreuzen. "Vielleicht gibt's ja doch noch ein Revival."

(RP/rl)