1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagener Löwengrundschule: Viele Ideen für die Schule der Zukunft

Hückeswagener Löwengrundschule : Viele Ideen für die Schule der Zukunft

Kooperation statt Konfrontation: In einer Zukunftswerkstatt sammeln Eltern, Lehrer, Vertreter aus Verwaltung und Politik Ideen für den Neubau der Löwengrundschule im Brunsbachtal. Die sollen in die Ausschreibung mit einfließen.

Sie soll bunt und hell sein, viel Platz für Bewegung und individuelle Förderung bieten und den Kindern so viel Sicherheit wie möglich vermitteln: Die neue Löwengrundschule im Brunsbachtal hat in den Köpfen vieler Beteiligter am Samstag bereits Formen angenommen. 23 Hückeswagener hatten sich für die "Zukunftswerkstatt Löwengrundschule" angemeldet, zu dem die Stadt eingeladen hatte. Bis zu 80 Hückeswagener hätten dabei sein können.

"Wir sind mit der Teilnahme trotzdem ganz zufrieden", sagte Bürgermeister Dietmar Persian. Eltern waren genauso gekommen wie Schulleiterin Claudia Sträter, Mitarbeiter der Verwaltung ebenso wie Ratsmitglieder. Nach dem Bürgerentscheid im April, bei dem eine knappe Mehrheit den geplanten Schul-Tausch abgelehnt und einen Neubau der Löwen-Grundschule im Brunsbachtal durchgesetzt hatte, setzten die Teilnehmer nun auf Kooperation. Man wolle so früh wie möglich den Raum bieten, ins Gespräch zu kommen, sagte Persian. Niemand solle am Ende sagen können, er sei nicht gefragt worden. Und deswegen hatte die Stadt bewusst noch vor der Ausschreibung die Zukunftswerkstatt angesetzt.

  • Linda Bersch (rechts) mit Mara Fischer
     Kultur und Bildung in Wermelskirchen : Viel Raum für die eigene Kreativität
  • Für das Areal in Lörick, auf
    Bauen in Düsseldorf : Ideen für Löricker Grundstück gesucht
  • Kein Baum auf der Wiese wird
    Stadtentwicklung in Wermelskirchen : Investor verrät neue Ideen für das Areal

Unterstützung gab es von Profis der Initiative "Bürgerwissen" aus Bielefeld: Volker Vorwerk moderierte den Workshop. "Wir glauben an das Wissen der Bürger", sagte er. Drei Gruppen, die sich um Innengestaltung, Außengestaltung und sonstige Ideen kümmerten, starteten schon am Morgen in die Beratung. "Es gibt ein riesiges Ideenpotenzial", sagte Vorwerk. Schnell füllte sich die Wand mit Zetteln, auf der Fantasien für die Traumschule gefragt waren.

Auch Claudia Sträter brachte sich engagiert mit ein: "Wir wissen, was funktioniert", sagte sie, "und wir werden in der Schule leben und arbeiten." Deswegen schätze sie die Möglichkeit, schon früh mitzureden. Ihr größtes Anliegen: "Das neue Gebäude muss flexibel sein." Die Schule befinde sich gerade in einem Prozess, der auch das pädagogische Konzept noch mal verändere. "Und wir wissen nicht, wie sich diese Entwicklung in der Zukunft noch fortsetzt", sagte sie. Deswegen müssten das neue Gebäude und vor allem das Raumkonzept darauf vorbereitet sein. Bewegung, individuelle Förderung, Inklusion, Kreativität und Musik, Projektarbeiten und Offener Ganztag - "es gibt viel zu bedenken", meinte die Schulleiterin.

Es zeigte sich auch: So unterschiedlich die Teilnehmer, so unterschiedlich die Perspektiven. "Kostenbewusst allerdings sind Bürger wie Politiker", sagte Vorwerk. Am Ende der Zukunftswerkstatt einigten sich die Teilnehmer auf ein gemeinsames Papier, das an die Architekten weitergegeben werden soll. Das fordert für den Innenbereich eine flexible Nutzung der Räume - etwa eine Aula, die auch als Bewegungsraum genutzt werden kann. Keine langen Flure, sondern eine kompakte Bauweise, ein Ganztagsbereich mit Speiseraum, überschaubare Strukturen und Barrierefreiheit landeten am Ende im Protokoll.

Auch im Außenbereich sollen sich Kinder mit Behinderung zurecht finden können, sichere Wege, große Spielplätze und viele Bewegungsmöglichkeiten, Sinnesparcours, Schulgarten, eine bunte Gestaltung und eine Freilichtbühne am Hang sollen bei der Planung bedacht werden. Und sollten die Kinderzahlen steigen, soll die Schule ohne große Umstände erweitert werden können. Mit dem geplanten Neubaugebiet soll über ein gemeinsames Energiekonzept nachgedacht werden.

Beim Thema Sicherheit brachten Eltern und Lehrer vor allem das Thema Verkehr ins Gespräch: Der Wunsch nach einem Campus wurde laut, bei dem Sporthalle, Schwimmbad und Schule nicht durch eine Straße getrennt werden. "Keine einfache Aufgabe für die Architekten", sagte Volker Vorwerk, "aber genau diese Blickwinkel haben wir uns gewünscht." Die sollen im weiteren Prozess nicht verloren gehen.

"Ich wünsche mir sehr, dass wir auch weiterhin eine Stimme haben und das hier keine Eintagsfliege bleibt", betonte Elternvertreter Albrecht Nunn. Über die Forderung der Teilnehmer nach einem Beteiligungs-Fahrplan, der Eltern, Lehrer, sogar Schüler weiter in den Prozess einbinden soll, wird die Politik entscheiden müssen.

(resa)