Hückeswagen: „Verrückt“ seit 25 Jahren

Hückeswagen : „Verrückt“ seit 25 Jahren

Er ist neben dem in Nizza der älteste Wettbewerb dieser Art in Europa: der Triathlon des ATV. Zum ersten Mal wurde er 1982 ausgetragen; am kommenden Samstag jährt er sich zum 25. Mal. Ein Rückblick.

1981. Irgendwo in einem Hückeswagener Wohnzimmer läuft ein Fernsehgerät. Zu sehen sind „verrückte Amis“, die schwimmen, radeln und laufen. Nacheinander und in Extremen: 3,8 Kilometer kraulen durch den Pazifik vor Hawaii, 180 Kilometer auf dem Rad durch die Lavafelder der Insel und zum Abschluss noch ein Marathonlauf. Alles bei Gluthitze. Der Sportbegeisterte etliche tausend Kilometer entfernt im Bergischen ist sich sicher: „Was die Amis können, können wir auch.“ Und damit war dem ersten ATV-Triathlon der Weg bereitet.

„Der ATV ist für Außergewöhnliches bekannt; wir haben immer schon gerne verrückte Sachen gemacht“, wird Friedel Greffin neun Jahre später im BM-Gespräch rückblickend erzählen. Die „Spinner“ vom ATV wollten selbst erleben, was es mit dem Triathlon auf sich hat. Drei Monate lang wird organisiert, dann ist es soweit: Am 17. August 1982 springen 54 Männer und Frauen am Beverdamm ins Wasser. Eineinhalb bis zweieinhalb Stunden später kommen sie erschöpft aber glücklich ins Ziel. Jetzt sind auch sie „Ironmen“ und „Ironwomen“ – Eisenmänner und -frauen nennen sich die Triathleten, die das Ziel nach der Tortur erreichen.

Die Anfänge dieses Ausdauersports liegen zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Jahre zurück. Einige auf Hawaii stationierte US-Soldaten hatten am Biertisch gestritten, welcher der drei auf der Insel Oahu ausgetragenen Ausdauerwettkämpfe der anstrengendste ist. Da sie sich nicht einigen können, beschließen sie, kurzerhand den „Waikiki Rough Water Swim“, das „Around Oahu Bike Race“ und den „Honolulu-Marathon“ nacheinander zu absolvieren. Am 18. Februar 1978 machen sich 15 Männer auf den Weg, zwölf kommen ins Ziel. Es siegt der damals 27-jährige Marinesoldat Gordon Haller in 11.46,58 Stunden; zum Vergleich: der Hawaii-Sieger von 2006, der Deutsche Norman Stadler, benötigte „nur“ noch 8:11,56 Stunden.

Was aus einer Laune heraus 1982 initiiert wurde, ist im Hückeswagener Sport längst etabliert. Zu den Triathlon-Wettkämpfen des ATV strömen Jahr für Jahr hunderte von Athleten. Die Sportart hat sich als eigene Abteilung im 157 Jahre alten Verein etabliert. Immer wieder wachsen Talente nach. Wenn sich am Samstag wieder Männer und Frauen auf Schwimm-, Rad- und Laufstrecke machen, spricht niemand mehr von „Spinnern“.

(RP)
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