Hückeswagen: Vereine reichen Flüchtlingen die Hand

Hückeswagen: Vereine reichen Flüchtlingen die Hand

"Sport verbindet Menschen" - unter diesem Motto veranstalten ATV, TBH und TVW am Samstag, 28. November, einen Sport-Vormittag in der Mehrzweckhalle speziell für Flüchtlinge. Diese sollen die verschiedenen Angebote ausprobieren.

Die Hilfsbereitschaft in Hückeswagen hat jetzt auch den Sport erreicht. Bereits vor vier Wochen hatten sich die drei Turnvereine ATV, Turnerbund und TV Winterhagen mit Bürgermeister Dietmar Persian getroffen, um gemeinsam zu überlegen, was sie für die in der Schloss-Stadt untergekommenen Flüchtlige tun können. Herausgekommen ist ein gemeinsamer sportlicher Vormittag. "Wir wollen ihnen das Sportangebot der Hückeswagener Vereine näherbringen", sagte Jürgen Löwy, Vorsitzender des Stadtsportverbands (SSV), in einem Pressegespräch. Er betonte, dass alle Vereine der Schloss-Stadt aufgerufen sind, die Flüchtlinge zu unterstützen. Am 28. November werden sich mit ATV, TBH und TVW zwar nur drei präsentieren. "Die anderen haben aber die Möglichkeit, Infomaterial auszulegen", sagte Heike Mühlinghaus, Vorsitzende des TVW.

Dass nicht noch weitere der insgesamt 26 im SSV organisierten Sportvereine bei der Aktion mitmachen können, liegt an der knappen Zeit, die zur Verfügung steht: "Wir haben an diesem Samstag nur das Zeitfenster von 10 bis 13 Uhr zur Verfügung", betonte Löwy. Und Heike Mühlinghaus versicherte: "Wir wollen niemanden ausgrenzen!"

Zum Hintergrund der Aktion sagte Michael Wolter, stellvertretender Vorsitzender des TBH: "Wir wollen Eisbrecher sein. Die Asylbewerber sollen ihre Scheu vor den Sportvereinen verlieren." Und Heike Mühlinghaus verdeutlichte: "Es geht darum, ihnen die Hand zu reichen. Sie sollen nicht alleine in ihren Stuben sitzen, sondern sich trauen, sich in die Sportwelt aufzumachen." Das, bestätigte Wolter, sei eben auch eine Form der Integration.

Die Vereine wollen ihnen mit dieser Aktion auch aus ihrem Umfeld verhelfen und eine weitere Gelegenheit geben, am Erlernen der deutschen Sprache zu arbeiten. Löwy: "Sie haben ja auch häufig Langeweile, weil sie noch nicht arbeiten dürfen." Im Sportverein hätten sie die Möglichkeit, mit anderen zu trainieren. "Und sie müssen sich auch einfach mal auspowern können", unterstrich Wolter.

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Er hofft, dass viele Flüchtlinge das Angebot annehmen und in die Mehrzweckhalle kommen. "Denn je mehr kommen, desto mehr ziehen sie auch andere an", glaubt er. Zudem sei das eine Win-Win-Situation. Denn auch die Vereine könnten profitieren, indem "wir Vereine neue Sportler bekommen. Und vielleicht ist ja auch das eine oder andere Talent dabei".

Für die Aktion haben die drei Sportvereine einen Flyer in englischer Sprache erstellt. Die ersten Broschüren wurden bereits Ende Oktober verteilt, als die Asylbewerber im Bürgerbüro ihre finanzielle Unterstützung abgeholt hatten. Über das Flüchtlingsnetzwerk und die Paten werden weitere dieser Infozettel verteilt.

Angeboten werden am 28. November unter anderem ein Bewegungsparcours, Zirkeltraining, Handball, internationale Tänze (alle ATV), Akrobatik, Einradfahren, Trampolinturnen, Basketball (alle TVW), Volleyball, Tischtennis und Badminton (alle TBH). Dazu reichen die Veranstalter kostenfrei Kaffee, kalte Getränke, Kuchen und Waffeln. "Wir hoffen so, mit ihnen ins Gespräch zu kommen", machte Heike Mühlinghaus deutlich. "Wir sind über jeden froh, der kommt und sich informiert", sagte Wolter. "Am besten wäre es, wenn ganze Familien zu uns in die Mehrzweckhalle kämen."

Hier geht es zur Infostrecke: Flüchtlinge in Turnhallen – so sieht es in der Region aus

(RP)