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Urlaub in Hückeswagen: Reisebüros haben harte Monate hinter sich

Urlaub in Hückeswagen : Reisebüros haben harte Monate hinter sich

Der Betrieb in den drei Reisebüros in Hückeswagen fährt nur langsam wieder hoch. Nur vereinzelt buchen Kunden derzeit ihren Urlaub, berichten die Inhaber. Derzeit dreht sich alles um Umbuchungen und Stornierungen.

Der Tourismus hat neben der Veranstaltungsbranche wohl am stärksten unter den Auswirkungen der Corona-Krise gelitten – stärker noch als etwa die Gastronomie und der Handel. Urlaub in jeglicher Form war eine lange Zeit verboten, erst seit vergangenen Montag gibt es die ersten zaghaften Lockerungen. Unmittelbar Leidtragende davon sind auch die Reisebüros, von denen es in Hückeswagen drei gibt.

Beim TUI-Reisecenter an der Bahnhofstraße ist im Moment vor allem Abwicklung angesagt, wie Inhaberin Rita Langer sagt. „Wir haben derzeit kaum Publikumsverkehr, das meiste läuft telefonisch ab“, sagt sie. Und das Telefon stehe praktisch nicht still. „Wir haben alle Hände voll zu tun mit Abwicklung, Absagen und Umbuchungen“, berichtet sie. Zum Glück habe die TUI das Reisejahr 2021 schon freigeschaltet, so dass die Umbuchungen der Reisen ins nächste Jahr möglich seien. „Wir sind aber immer auch davon abhängig, was aktuell erlaubt ist.“ Und das ändere sich ständig. „Theoretisch könnten wir also Neubuchungen vornehmen, vornehmlich sind aber zumindest im Moment Umbuchungen die Regel“, sagt Rita Langer.

Dirk Hövel vom Reisebüro an der Peterstraße hat ebenfalls harte Wochen hinter sich. „Wir hatten jeden Tag Existenzängste, natürlich“, versichert er. Schließlich sei der Umsatz praktisch über Nacht weggebrochen, was auch für seine Tauchschule gegolten habe. „Das werden wir in diesem Jahr nicht mehr auffangen können. Es ist zudem fraglich, ob das im kommenden Jahr möglich ist“, sagt er. Seit Montag werde der Betrieb langsam wieder hochgefahren. „Wir planen mittelfristig, die Kurzarbeit zurückzufahren. Aber der Zuspruch der Kunden ist im Moment sehr, sehr übersichtlich. Die Neukunden kann man an einer Hand abzählen“, bedauert Hövel. Unter den Neubuchungen sei sogar einmal Mallorca gewesen. „Mal sehen, wie es weiter anläuft. Wichtig ist dabei natürlich auch, was die Veranstalter anbieten“, sagt er.

Auch im Reisebüro im Island fährt der Betrieb langsam wieder hoch. „Es war gruselig, grauenhaft bis katastrophal“, findet Anja Jähnichen deutliche Worte für die vergangenen Wochen und Monate. So seien die laufenden Kosten nicht plötzlich geringer, nur weil es das Coronavirus gebe. Inhaberin Anke Drosten ergänzt: „Wir haben praktisch ehrenamtlich gearbeitet.“ Wenn die Menschen nicht reisen könnten oder wollten, hätten sie im Reisebüro natürlich auch nichts zu tun. „Viele Kunden sagen jetzt, dass sie zwar schon gerne verreisen würden – aber nicht mit den Einschränkungen“, sagt Anke Drosten. Andere hielte das nicht ab und buchten so für den Herbst und Winter, aber auch schon für das kommende Jahr.

Die Kapazitäten in Deutschland seien mittlerweile schon wieder ausgeschöpft, vorrangig würden die Kunden derzeit Ziele an der Ost- und Nordsee oder in Mecklenburg-Vorpommern buchen, berichtet Anke Drosten. Ansonsten habe sich von der Kundenstruktur nicht viel geändert. „Von Alleinerziehenden mit Kind über Familien bis zu Rentnern ist alles dabei“, hat Anja Jähnichen festgestellt.

Teil von Neubuchungen sei nun auch immer die Beratung über Möglichkeiten, wenn gebuchte Reisen nun doch nicht angetreten werden können. „Oder auch nicht mehr angetreten werden wollen, obwohl es von den Vorgaben her möglich wäre“, sagt Drosten. Viele Veranstalter würden derzeit anbieten, die Reise bis 30 Tage vor Antritt stornieren zu können. „Es gibt dann auch Gutscheine, die bis Ende 2021 gültig sind“, sagt die Inhaberin.