Hückeswagen: Unterhalb vom Schloss wird bald gebaut

Hückeswagen: Unterhalb vom Schloss wird bald gebaut

Das Projekt "Wohnen am Schloss" wird realisiert. Nach sechseinhalb Jahren, die durch Umplanungen und Investoren-Wechsel gekennzeichnet waren, sollen die Bauarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Schlosshotels in Kürze losgehen.

Ralf Eversberg macht offenbar gerne Nägel mit Köpfen. Das war bei dem großen Gebäudekomplex am Bergischen Kreisel so, nachdem der erste Investor abgesprungen war. Und das ist bei dem Projekt "Wohnen am Schloss" ebenso der Fall - hier hatten sich im Laufe von sechseinhalb Jahren gleich zwei Investoren aus dem Projekt zurückgezogen (siehe Info-Kasten). Im Oktober hatte der Hückeswagener Architekt mit Firmensitz in Remscheid entschieden, als Investor die Verantwortung dafür zu übernehmen. Ein halbes Jahr später werden die Bagger anrollen.

"Vor eineinhalb Wochen war ich beim Kreisbauamt", berichtet Eversberg im Gespräch mit unserer Redaktion. Dort habe man ihm nicht nur versichert, dass es keine grundsätzlichen Probleme mit seinem Bauantrag für die beiden Mehrfamilienhäuser mit jeweils elf Wohnungen gebe, auch werde der in zwei bis drei Wochen genehmigt sein. "Wenn wir den Bauantrag haben, beginnen wir innerhalb von vier Wochen mit den Arbeiten", versichert er. Nach Ostern, spätestens im Mai sollte es demnach losgehen.

Bei den ersten Erdarbeiten wird der Boden nur ein Meter tief ausgeschachtet. Weil sich in etwa drei Metern Tiefe ein ehemaliger Bachlauf befindet, muss die Baufirma den Boden verbessern; das heißt: Im Bereich der künftigen Bodenplatte werden zur Stabilisierung 370 jeweils 1,50 bis zwei Meter sogenannte lange Kiesrüttelpfähle gesetzt. Dieses Verfahren wurde unter anderem schon beim Bau der Alten Ladestraße eingesetzt.

Foto: Stephan Büllesbach

Danach beginnen die Ausschachtungsarbeiten für die Tiefgarage, nach weiteren vier bis fünf Wochen startet schließlich der eigentliche Hochbau. Die Aufträge dafür sowie alle Gewerke seien bereits vergeben, bestätigt Eversberg. Die ersten Bewohner können voraussichtlich ab Sommer / Herbst 2019 einziehen. Eversberg: "In den Notarverträgen wird festgehalten, dass die Wohnungen spätestens 17 Monate nach der Baugenehmigung fertiggestellt sein müssen", sagt der Architekt.

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Während die Runkel Unternehmensgruppe aus Siegen, die das Projekt zuletzt vermarkten wollte, zu wenig Interessenten hatte, sieht das aktuell anders aus. Das bestätigt Peter Bornewasser, Geschäftsführer der Wuppertaler PB Immobilien GmbH: "In zwei Wochen haben wir die zwölfte notarielle Beurkundung. Wir haben somit also schon mehr als die Hälfte der Wohnungen verkauft." Zudem gebe es eine feste Reservierung und eine weitere Anbahnung einer solchen. Sowohl Bornewasser als auch Eversberg sind sich sicher, dass sich weitere Interessenten spätestens dann melden werden, wenn einmal mit dem Bau begonnen worden ist. "Es gibt halt Leute, die wollen erst sehen, dass sich auch wirklich etwas tut", hat Bornewasser festgestellt. Bei diesem Bauvorhaben seien manche zudem auch deshalb noch verunsichert, weil es durch drei Hände gegangen sei.

Auf drei Etagen werden pro Gebäude jeweils drei Wohnungen gebaut, dazu kommen jeweils zwei Penthouse-Wohnungen. Die Größen liegen zwischen 69 und 111 Quadratmetern, die Preise für die Eigentumswohnungen liegen zwischen 208.000 und 360.000 Euro. "Sie sind alle barrierefrei und rollstuhlgerecht, so dass die Bewohner möglichst lange unabhängig von einem Pflegedienst dort wohnen können", sagt Bornewasser.

Wie auch bei den beiden anderen Eversberg-Projekten am Bergischen Kreisel und an der Bachstraße basiert die Energieversorgung auf Erdwärme. "Vorher muss man zwar mehr ausgeben", bestätigt der Investor. "Aber die monatlichen Energiekosten fallen 40 Prozent günstiger aus."

(büba)