Hückeswagen: Umsatzrekord trotz Krise

Hückeswagen : Umsatzrekord trotz Krise

Weger Digitaldruck trotzt der allgemeinen Wirtschaftskrise. Im Februar gab es einen Rekordumsatz, und die Anzahl der Mitarbeiter blieb stabil. Zuversicht herrscht ein Jahr nach der Insolvenz der Vorgängerfirma.

Konzentriert und dabei doch entspannt lehnt sich Andreas Empt auf seinem Stuhl zurück. "Wir haben bei Null angefangen, und jetzt sind wir bei einem sechsstelligen Monatsumsatz", sagt der Unternehmer. Und dann setzt der Geschäftsführer der Weger Digitaldruck GmbH noch einen drauf. "Im Februar hatten wir unseren höchsten Umsatz zu verzeichnen." Ein wenig Stolz liegt dabei in der Stimme des gebürtigen Kölners. Von Finanzkrise also keine Spur bei der "neuen Firma Weger".

Den Namen des Unternehmens hat der 45-Jährige nach der Firmenübernahme am 1. Mai 2008 beibehalten. Aber ansonsten hat sich gegenüber der Vorgängerfirma, die seinerzeit Insolvenz anmelden musste, viel verändert. "Weniger Leute, besserer Workflow, neue Software", bringt es Andreas Empt mit einem Satz auf den Punkt. Mit anderen Worten: Das komplette Unternehmen wurde erheblich umstrukturiert und "gesund geschrumpft". "Wir haben jetzt nicht mehr diesen Wasserkopf", sagt Empt.

Zu viele Leute, so der Geschäftsführer, hätten zuvor im Verwaltungsbereich gearbeitet. "Wir haben damals mit neun Mitarbeitern neu begonnen und die haben wir auch immer noch." Sie mussten sich jedoch umstellen. So wurden die Arbeitszeiten flexibler gestaltet, bei Auftragsspitzen muss länger gearbeitet werden. Ein Ausgleich erfolge dann in Form vom Freizeit, so der Firmenchef.

Ein großes Problem nach der Übernahme war das vorher offenbar uneffektive Rechnungswesen. Durch die Installation einer neuen Finanzsoftware konnte der 45-Jährige eigenen Worten zufolge in diesem Bereich eine Verbesserung erreichen. Ein Netz von Vertretern oder Dependencen gibt es nicht, der Vertrieb wird zentral von Hückeswagen aus gesteuert und bedient das komplette Bundesgebiet. "Die moderne Technik wie E-Mail oder Internet hat vieles verändert", so Empt.

Von der Produktseite her hat es kaum Änderungen gegeben. Der Unternehmenschef konzentriert sich, ähnlich wie sein Vorgänger, auf die Bereiche Digitaldruck, Siebdruck, Werbetechnik und Lichttechnik. Allerdings hat sich die Art der Kalkulation verändert. "Wir nehmen nicht unbedingt jeden Auftrag an", sagt Empt.

Damit meint der Geschäftsführer die vielen sehr kleinen Aufträge, die von anderen Unternehmen teilweise besser abgedeckt werden können. "Unsere Produktion fängt erst ab einem gewissen Level an", so der Kölner.

"Ich will mir den Aufstieg des 1. FC Köln zum Vorbild nehmen", hatte Empt vor genau einem Jahr in einem Interview mit der BM gesagt. Der Fußballverein steht heute im Mittelfeld der Bundesliga, also mit Luft nach oben. Die Abstiegszone ist relativ weit entfernt, aber wenn die Konkurrenz aufholt, kann es wieder eng werden. Die Mannschaft der "neuen" Firma Weger jedenfalls ist motiviert.

(RP)
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