Trickbetrüger geben sich am Sonntagabend am Telefon als Polizisten aus

Sieben Anrufe zwischen 18.30 und 23 Uhr : Trickbetrüger geben sich abends am Telefon als Polizisten aus

Sieben Anzeigen von Hückeswagener liegen bereits vor. Die Anrufer werden als „sympathisch und seriös“ bezeichnet. Sie wollen Wertsachen und Geld ergaunern.

Die Masche ist nicht neu, und wie es im Moment aussieht, „grasen“ Trickbetrüger die Region nach dem Telefonbuch ab. Am Sonntagabend hatten sie Hückeswagen im Visier. Zwischen 18.30 und 23 Uhr riefen sie Bürger an und gaben sich als Polizisten aus. Sie berichteten, dass es in der Nachbarschaft einen Einbruch gegeben habe. Zur Sicherheit sollten die Angerufenen ihre Wertsachen und Bargeld an Polizisten übergeben, die das Geld abholen würden. Laut Polizeisprecherin Monika Treutler fiel nach bisherigen Informationen in Hückeswagen kein Bürger auf diese Trickbetrüger herein. Sieben erstatteten Anzeige, teilte sie gestern mit.

Die unbekannten Anrufer wirkten auf die Senioren überwiegend seriös und hätten eine sympathische Stimme gehabt. „Sie sind rhetorisch geschult und haben auch bei Nachfragen immer eine logische Antwort parat“, warnt Treutler. Diese Männer seien eben „vertrauenserweckend“.

Telefonbetrüger waren von etwa zehn Tagen schon mal im Oberbergischen aktiv. Sie hatten besonders Radevormwald im Visier – elf Anzeigen nahm die Kripo allein in der Stadt auf dem Berg auf, eine in Wipperfürth und eine in Gummersbach. „Wir gehen davon aus, dass die Trickbetrüger das Telefonbuch durchgehen und sich Personen aussuchen, deren Namen dafür sprechen, dass sie ältere Mitbürger sind“, berichtet Monika Treutler. Die Betroffenen, die sich bei der Polizei meldeten und Anzeige erstatteten, hätten richtig gehandelt: Sie sind nicht auf die Vorschläge eingegangen und haben das Gespräch beendet.

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Die Kreispolizei rät deshalb, am Telefon besonders aufmerksam zu sein. Wenn sich andere als Verwandte, Bekannte oder Amtsträger ausgeben, sollten die Angerufenen misstrauisch werden. Am Telefon sollten keine Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgegeben werden. Die Angerufenen sollten gezielte Fragen stellen, die nur der „richtige Anrufer“ beantworten kann.

Die Senioren sollten ihrerseits bei den Verwandten, Bekannten oder angeblich beteiligten Ämtern und Dienststellen unter den ihnen selbst bekannten Rufnummer anrufen, um die Angelegenheit noch einmal zu besprechen.

Die Polizei betont, dass sie niemals unter der Notrufnummer 110 anruft. Erscheint diese Nummer im Display, ist das ein eindeutiges Zeichen für Betrug. Wer einen verdächtigen Anruf von einem Polizisten erhält, soll bei der zuständigen Polizei zurückrufen und fragen, ob es den Polizisten und den geschilderten Sachverhalt tatsächlich gibt.

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