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Hückeswagen: Treckerfreunde zeigen ihre Schätze

Hückeswagen : Treckerfreunde zeigen ihre Schätze

Mit klangvollem Motorensummen erreicht gerade ein strahlend blauer Hanomag das Ausstellungsgelände. Während sich sein Fahrer nach einem Platz auf dem alten Fach-Gelände umschaut, an dem der schöne Oldtimer auch richtig zur Geltung kommt, lehnt sich Walter Otten auf dem Sattel seines Güldners zurück und blickt dem Neuankömmling nach.

"Mein erster Trecker", erzählt er dann, "das war 1989." Nach 27 Jahren im Hausmeisterdienst in der Realschule wollte Otten damals seinen Ruhestand genießen - und entdeckte seine Leidenschaft für alte Traktoren. Er kaufte einen alten Kramer, restaurierte ihn selbst, weil ihm das als gelernter Autoschlosser leicht fiel, und kam nicht mehr los von den alten Schätzchen. Inzwischen steht neben dem Güldner in der Garage auch ein Fendt. "Und wir sind fast jedes Wochenende bei Treckertreffen unterwegs", erzählt Otten. Rund 40 Kilometer hat er am Sonntagmorgen mit einem befreundeten Treckerfahrer aus Solingen von Langenfeld nach Hückeswagen hinter sich gelegt und trifft dort auf viele bekannte Gesichter.

Aus dem ganzen Bergischen Land sind auf Einladung der "Freunde alter Traktoren und Landmaschinen Hückeswagen" Treckerfahrer angereist. "Es sind schon über 50", sagt Roland Schmitz, Vorsitzender der Gastgeber, rund eine Stunde nach Eröffnung zufrieden. Und auch die Besucherzahlen seien wieder gut.

Der Weg ist leicht zu finden, schließlich aber die Hückeswagener einen alten Deutz am Kran zum Fliegen gebracht. Er thront über dem Gelände, zieht viele Blicke auf sich und weist ankommenden Treckerfahrern und Besuchern den Weg. Alle alten Fahrzeuge seien willkommen, sagt Schmitz. Und so sind neben den Treckern aus den 50er, 60er und 70er Jahren auch ein alter Citroen von 1923 und ein Kettenkraftrad aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Ausstellungsgelände zu sehen. Daneben strahlt aber vor allem Deutz-Grün, Hanomag-Blau, dazu der ein oder andere Eicher und Güldner-Rot im Schein der seltenen Sonnenstrahlen des Tages. Auch ein alter Porsche-Trecker hat einen Parkplatz gefunden. Ein Ackerdiesel steht neben einem Cultitrac von Holder und auf einem alten Fendt thront eine Flasche kühles Bier mit dem Namen "Dieselross-Öl".

Wer dann über den Platz schlendert, wird schnell Zeuge von Fachgesprächen. Kinder sitzen Probe auf den alten Sätteln. Hin und wieder ist einer der schmucken Oldtimer zu verkaufen und die ersten Treckerfreunde melden ihr Interesse an. Zur Stärkung gönnen sich viele Aussteller und Besucher am Mittag ein deftiges Essen. "Dafür sind wir schon bekannt", sagt Schmitz, "bei uns gibt es ordentlich was aus der Pfanne."

(resa)